Milliardenverlust für Bosch Solar
Die Probleme im Solar-Segment haben dem Bosch-Konzern 2012 einen Milliarden-Verlust beschert. Wie der Konzern am heutigen Mittwoch mitteilte, rutschte das Gesamtergebnis vor Steuern und Zinsen im abgelaufenen Geschäftsjahr von 2,7 Milliarden auf nunmehr 1,1 Milliarden Euro. Zu dem Gewinnrückgang trugen hauptsächlich die Verluste in der Solarsparte bei. Der Preisverfall, die chinesische Konkurrenz und nicht zuletzt staatliche Subventionskürzungen brachten Boschs Solartochter 2012 einem operativen Verlust von etwa 450 Millionen Euro. Zu Buche schlagen auch ungeplante Sonderabschreibungen von rund 600 Millionen Euro – der Verlust aus dem Solargeschäft summiert sich so auf etwas mehr als eine Milliarde Euro allein für das Jahr 2012.

"Made by Bosch" – Marktbeobachter fragen sich, wie lange der Hersteller von Autoteilen, Haus- und Industrietechnik noch an seiner Solarsparte festhält. (Foto: Bosch)
Bereits 2011 musste Bosch 560 Millionen Euro aus dem Solargeschäft abschreiben, 2009 waren es 425 Millionen gewesen. Nach Bosch-Angaben ist die Solarsparte buchhalterisch derzeit null Euro wert. Bosch hatte die 2.000 Mitarbeiter seiner Solarbranche, die von Solarzellen und Modulen bis hin zu fertigen Kraftwerken die gesamte Kette abdecken, im September 2011 sogar mit einem Tarifvertrag ausgestattet – als erstes Unternehmen der Branche. Genießen konnten das einige nur kurz: Das Silizium-Dünnschichtmodul-Werk in Erfurt wurde zum Jahresende dichtgemacht. Man wolle sich auf die Bereiche kristalline Photovoltaik und CIS-Dünnschicht konzentrieren, hieß es damals zur Begründung.
Als letzter großer Player im Solargeschäft hatte der weltgrößte Autozulieferer im Dezember seinen Ausstieg aus der Solarwirtschaft noch einmal verschoben. "Wir arbeiten mit Hochdruck an einer dauerhaft tragfähigen Lösung", hatte Bosch-Chef Volkmar Denner erklärt. Nun heißt es: "Im Moment ist es noch zu früh, über das Thema abschließend zu sprechen." Zuvor hatten sich bereits andere Großkonzerne vom deutschen Markt zurückgezogen, so etwa Siemens oder der US-Konzern First Solar.
klimaretter.info/reni
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