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Sterbehilfe: Der letzte Große zögert

Eigentlich erstaunlich, dass noch niemand eine Bilanz des Wirtschaftsministers Philipp Rösler (FDP) über die Arbeitsplatzvernichtung in der Solarwirtschaft vorgelegt hat. Als letzter großer Player erklärte der weltgrößte Autozulieferer Bosch, seinen Ausstieg aus der Solarwirtschaft doch noch einmal verschieben zu wollen. "Wir arbeiten mit Hochdruck an einer dauerhaft tragfähigen Lösung", sagte Bosch-Chef Volkmar Denner der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Denner konnte immerhin zusichern, dass die 3.200 Mitarbeiter der Solarsparte in diesem Jahr nicht mehr entlassen werden. Frohe Weihnachtskunde!


Wolkenkuckuck: Bosch hatte geglaubt, über das Wüstenprojekt Desertec in die Zukunftsmärkte einsteigen zu können. Aber daraus wird ja wohl nun nichts mehr. (Foto: Bosch)

Bosch werde sich "die erforderliche Zeit" nehmen, um die Tragfähigkeit unterschiedlicher Möglichkeiten auszuloten, so Denner. Ursache der Probleme sei, dass die Preise im Photovoltaik-Geschäft in diesem Jahr um 40 Prozent gesunken seien. "Eine dauerhafte Quersubventionierung wird es innerhalb der Bosch-Gruppe nicht geben", sagte Denner der FAZ. Zuvor hatten sich bereits viele andere Großkonzerne vom deutschen Markt zurückgezogen: Siemens etwa, oder der US-Konzern First Solar.

Von Bosch kommt derzeit nicht der einzige solare Hilferuf: "Finden wir keinen Investor, muss das neue Werk stillgelegt werden", sagte Hubert Aulich der Mitteldeutschen Zeitung. Aulich ist Chef des Solarkonzerns Crystalox in Bitterfeld-Wolfen, dessen 120 Millionen Euro teures Silizium-Werk vor drei Jahren in Betrieb gegangen war. Silizium ist ein wichtiges Ausgangsprodukt zur Produktion von Solarzellen, aber nach dem Aus der Solarunternehmen Q-Cells und Sovello und der Werksstillegung von Schüco in Osterweddingen (Sachsen-Anhalt) fehlen die Kunden. Komisch, dass noch niemand Philipp Röslers Arbeitsplatzpolitik untersucht hat.

klimaretter.info/reni


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