Bahn schließt Ökostrom-Deal mit Eon ab

Erst vergangene Woche war dem Energiekonzern Eon der Weiterbetrieb des alten Steinkohle-Kraftwerks Datteln erlaubt worden, um die Deutsche Bahn mit Strom zu versorgen – nun fädelten die beiden Konzerne öffentlichkeitswirksam einen Deal für die Zukunft ein. Wie Bahn-Technikvorstand Volker Kefer am Freitag mitteilte, bezieht sein Unternehmen ab 2015 jährlich 600.000 Megawattstunden Ökostrom aus Wasserkraft vom Eon-Konzern. Diese Stromlieferung entspricht nach Angaben der Bahn einem Anteil von fünf Prozent am gesamten Bahnstrom-Mix.


Zuletzt gerügt wegen Kohlestrom und Preiserhöhungen, verspricht die Bahn ihren Kunden jetzt mehr grüne Energie. (Foto: VCD Baden-Württemberg)

Der Ökostrom-Anteil werde damit von jetzt knapp 22 Prozent auf mehr als 26 Prozent steigen. Bis 2020 plant das Unternehmen mit 35 Prozent Ökostrom, bis 2050 soll der Bedarf vollständig auf CO2-freie Energiquellen umgestellt sein. Zur Einordnung: Die Bahn verbraucht momentan für die Fahrten ihrer Personen- und Güterzüge in Deutschland pro Jahr etwa so viel Strom wie die gesamte Stadt Berlin. Der Vertrag zwischen der Bahn AG und Eon hat zunächst eine Laufzeit von sechs Jahren, kann aber verlängert werden.

So sehr sich die Bahn mit Zukunftsvisionen schmückt – in der Gegenwart werfen ihr Umweltverbände wie der BUND im Streit um die Bahnstromversorgung am Standort Datteln Versäumnisse vor: "Das Horrorszenario drohender Zugausfälle und der Ruf nach einer fragwürdigen Duldung des Weiterbetriebs der Altkraftwerke Datteln 1–3 sollen offenbar vom eigenen Versagen ablenken", kritisierte der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger.

klimaretter.info/bb

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