CDM-Markt knackt die Milliardengrenze
Der Clean Development Mechanism (CDM) hat die die Marke von einer Milliarde vergebener Zertifikate geknackt. Wie das Klimasekretariat UNFCCC in Bonn mitteilte, wurde das Jubiläumszertifikat an ein indisches Unternehmen vergeben, das seine Energieversorgung von Kohle und Erdgas auf Biomasse umgestellt hat. Dem UNFCCC zufolge spart das Unternehmen durch die Umstellung jährlich 17.500 Tonnen Kohlendioxid. "Das Erreichen dieses Meilensteins ist ein Beweis für die wachsende Bedeutung des CDM", sagte Christiana Figueres, Chefin des UN-Klimasekretariats. "Der CDM bringt nicht nur neue Technologien und nachhaltige Entwicklung in Entwicklungsländer, sondern ermutigt sie auch, ihre Emissionsziele zu erhöhen, weil Klimaschutz günstiger wird."

Die Idee hinter dem CDM: Klimaschutz soll dort passieren, wo er am günstigsten ist. (Foto: Ivonne Sánchez Saleh, UNFCCC)
Der Clean Development Mechanism ist eines der Instrumente des 1997 verabschiedeten Kyoto-Protokolls. Klimaschutzprojekte in Entwicklungsländern können beim UN-Klimasekretariat ihre Anerkennung als CDM-Projekt beantragen. Die Projekte erhalten je nach CO2-Einsparung sogenannte CER-Zertifikate zuerkannt (certified emission reductions). Die Industriestaaten können die Zertifikate kaufen und sich hierüber die reduzierten Emissionen auf ihre eigenen Reduktionsziele anrechnen lassen. Der CDM soll dazu beitragen, die Kosten zum Erreichen der Kyoto-Ziele möglichst gering zu halten, weil - so die Idee - die Investitionen in die günstigsten Klimaschutzprojekte gelenkt werden. Insgesamt wurden bislang 4.500 Projekte in 75 Entwicklungsländern als CDM-Projekte anerkannt. Pro eingesparter Tonne CO2 gibt es ein CER-Zertifikat.
Klimaschützer kritisieren den CDM als uneffektives Mittel zur Reduzierung von Treibhausemissionen. Unter anderem dürfen Projekte nur dann als CDM-Projekte anerkannt werden, wenn sie zusätzliche Klimaschutzmaßnahmen darstellen, die nicht ohnehin durchgeführt worden wären. Viele Projekte würden dieses Kriterium nicht erfüllen, so die Kritik.
klimaretter.info/em
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