Solarworld streicht jede zehnte Stelle

Branchenprimus Solarworld will bis zum Jahresende zehn Prozent seiner weltweit 3.300 Stellen streichen, darunter 250 im sächischen Freiberg. Als Grund nannte die Konzernleitung den "unfairen Wettbewerb" mit China und "einen Einbruch bei der Nachfrage als Folge der Kürzungsbeschlüsse bei der Solarförderung". Damit habe die Bundesregierung der Solarbranche "einen Bärendienst" erwiesen, sagte Unternehmenssprecher Milan Nitzschke gegenüber der Zeitung Freie Presse. Die Gefahr einer Insolvenz bestehe bei Solarworld aber nicht, so der Sprecher. Bei "veränderten Wettbewerbsbedingungen" sei "das Tal schnell durchschritten". Sprich: Die Politik soll die europäische Solarbranche gegen die Billigkonkurrenz aus China schützen.


Der frühere "Dallas"-Darsteller Larry Hagman strahlt als Solarworld-Werbefigur über die Bekehrung des Vatikans zur Sonnenenergie. Ach, könnte er über die chinesische Konkurrenz nur auch so herzhaft lachen! (Foto: Solarworld)

Solarworld ist davon überzeugt, dass die chinesischen Solarfirmen nur durch "staatliche Export-Subventionen und Milliardenkredite" ihre Produkte "weit unter den üblichen Preisen anbieten" können, also Dumping betreiben. Dazu bereitet Solarworld derzeit zusammen mit anderen Unternehmen eine Beschwerde bei der EU vor. Die Prüfung werde ergeben, ist sich Firmenchef Frank Asbeck sicher, dass sich die Chinesen "illegaler Handelspraktiken" bedienen. Er fordert Antisubventions- und Antidumpingzölle auch in Europa.

In den USA war Asbeck damit bereits erfolgreich: Mitte Mai verhängte das US-Handelsministerium hohe Strafzölle gegen chinesische Hersteller. Der neue deutsche Umweltminister Peter Altmaier (CDU) kündigte bei der Präsentation seines Programms am gestrigen Donnerstag in Berlin an, er werde das Anti-Dumping-Verfahren in den USA "sehr genau" beobachten.

klimaretter.info/vk

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