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Staatshilfen für Sovello

Das Bundesland Sachsen-Anhalt deckt 36,2 Prozent seines Stromverbrauches aus regenerativen Quellen. Wie aus dem "Bericht über ausgewählte Ergebnisse der Raumbeobachtung" hervorgeht, war die Windenergie zum Jahresbeginn 2011 mit einem Anteil von rund 67 Prozent die dominierende regenerative Energiequelle im Land. Die Biomasse leistet demnach einem Anteil von 27,4 Prozent. Im Jahr 2010 seien insgesamt 245 Millionen Kilowattstunden grüner Strom produziert worden - gegenüber 2009 ein Zuwachs von 122 Prozent.


Windkraft ist in Sachsen-Anhalt nicht nur wichtigste erneuerbare Energiequelle, sondern auch ein wichtiger Arbeitgeber: Enercon produziert heute am Standort des einstigen Ernst Thälmann-Werks (SKET). (Foto: Schulze von Glaßer)

Allerdings ist Sachsen-Anhalt ein Land mit wenigen industriellen Stromkunden: Nach dem Zusammenbruch der DDR-Wirtschaft hatten die einstigen DDR-Bezirke Magdeburg und Halle eine dramatische Deindustrialisierung hinzunehmen. Weil große Stromkunden fehlen, klingt die Zahl 36,2 Prozent Grünstromanteil auch positiver, als sie etwa in einem süddeutschen Bundesland wäre: dort gibt es jede Menge Industrie. Nach der Wende siedelten sich vor allem Fabriken aus der erneuerbaren Branche in Sachsen-Anhalt an: Windkraftbauer Enercon in Magdeburg zum Beispiel, die größte Bioethanolanlage Europas, Solarkonzerne wie Q-Cells oder Sovello im einstigen Chemiedreieck bei Bitterfeld. Dieses wird heute als "Solar Valley" bezeichnet, in der Selbstbeschreibung heißt es: "Keine andere Region weltweit hat mehr Unternehmen der Photovoltaikindustrie. Mit 65 Prozent der Fertigungskapazitäten ist Solar Valley der beliebteste Investitionsstandort innerhalb Deutschlands."

Allerdings ist das Sonnental arg in Mitleidenschaft geraten. Nachdem Q-Cells Insolvenz angemeldet hatte, traf es nun auch Sovello. Sachsen-Anhalts Wirtschaftsministerin Birgitta Wolff (CDU) prüft jetzt sogar eine teilweise Verstaatlichung. Es stelle sich die Frage, ob sich das Land gegen einen Zuschuss aus dem Steuersack vorübergehend Eigenkapitalrechte am Unternehmen sichere. Allerdings sei eine Zustimmung der EU notwendig und zunächst ein Sanierungskonzept gefragt. Bei Sovello arbeiten 1.200 Menschen, trotz des Insolvenz-Antrages läuft die Produktion mit gedrosselter Kraft weiter.

klimaretter.info/reni


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