Q-Cells verkauft sich
Der finanziell angeschlagene Q-Cells-Konzern hat offenbar die Insolvenz vorläufig abgewendet. Wie der Solarkonzern am Mittwoch in Bitterfeld mittteilte, verzichten die wichtigsten Gläubiger auf die Rückzahlung der in diesem Monat sowie 2014 und 2015 fälligen Anleihen. Q-Cells hätte Ende Februar 300 Millionen Euro zurück zahlen müssen, hatte dafür aber nicht mehr genug Eigenkapital.
Q-Cells drückt ein Schuldenberg, der nun entschuldet werden soll. (Foto: Q-Cells)
Im Gegenzug verkauft sich Q-Cells an die Gläubiger, die dafür 95 Prozent der Aktien übernehmen. Q-Cells erklärte "einen grundlegenden Meilenstein für die weitere Entwicklung des Unternehmens erreicht" zu haben. Die Aktionäre sind zum 9. März zu einer außerordentlichen Hauptversammlung geladen, sie müssen ihrer Enteignung noch zustimmen. Trotzdem zeigte der Börsenkurs am Mittwoch steil nach oben: Plus 35 Prozent.
"Das Problem bei Q-Cells ist nicht, dass das Unternehmen im derzeitigen Geschäft keine schwarzen Zahlen vorweisen könnte", erklärte Eike Weber, Aufsichtsratsmitglied bei Q-Cells im klimaretter.info-Interview. 2009 hatte Q-Cells einen Betriebsverlust von einer Milliarde Euro, weil es zuvor falsche Investitionsentscheidungen getroffen hatte. Weber: "Damals war in der Diskussion: Silizium wird vielleicht nicht die am Schluss gewinnende Solartechnologie – also hat man auch in Dünnschicht investiert. Das hat Q-Cells einen Schuldenberg von 600 Millionen Euro beschert, den es bis heute mit sich herumschleppt."
Der Solarmarkt wird derzeit heftig durcheinander geschüttelt, im Dezember hatte der Berliner Konzern Solon und der Kraftwerksbauer Solar Millennium Insolvenz angemeldet. Konkurrent Sunways rettete sich Anfang des Jahres in die Arme des chinesischen Wettbewerbers LDK Solar.
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