Industrie startet Rohstoffoffensive
Führende deutsche Konzerne wollen sich den Zugang zu wichtigen Ressourcen im Ausland sichern. Wie sie in Berlin bekannt gaben, planen sie für die Erkundung und Erschließung von Rohstoffen eine eigene Rechtsform zu gründen. "Die Allianz hat den Aufbau von Beteiligungen an Rohstoffprojekten zum Ziel, um die Versorgung der Industrie mit Rohstoffen zu verbessern", heißt es in einer Mitteilung des BDI, der federführend die Konzerne zusammenbrachte.

Die deutsche Industrie fürchtet zum Beispiel um ihre Versorgung mit Koks - hier die von Arcelor Mittal betrieben Kokerei Prosper in Bottrop. (Foto: Wikipedia/Rasi57)
Derzeit beteiligen sich zwölf Konzerne an der Gründung der "Allianz zur Rohstoffsicherung", unter anderem ThyssenKrupp, BASF und Daimler. "Wir arbeiten gemeinsam an dem Aufbau eines schlagkräftigen Unternehmens", sagte BDI-Vizepräsident Ulrich Grillo. Ganz oben auf der Interessenliste der Konzerne stehen Wolfram, seltene Erden und Kokskohle aus dem Ausland. Geschäftsführer der Allianz soll der ehemalige Eon-Manager Dierk Paskert werden.
In einer Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertages vom Januar hatte zuletzt die Hälfte der befragten Konzerne die Verfügbarkeit von Rohstoffen als "nicht mehr selbstverständlich" eingeschätzt. Um den Wettbewerb um global knapper werdende Ressourcen für die heimische Wirtschaft zu entscheiden, hat auch die Bundesregierung eine eigene Rohstoffstrategie ausgearbeitet. Unter Federführung des Bundeswirtschaftsministeriums arbeitet der Interministerielle Ausschuss Rohstoffe unter anderem auch mit dem BDI zusammen. Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) bezeichnet die Allianz als einen "wichtigen Meilenstein für die deutsche Wirtschaft, um die Rohstoffversorgung der deutschen Industrie zu sichern."
klimaretter.info/em
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