Milliardenminus für Atomkonzern Areva
Der französische Atomkonzern Areva litt 2011 unter der Atomkatastrophe von Fukushima. Infolge des Atomunglücks in Japan seien bis zum Jahresende Stornierungen von Aufträgen mit einem Volumen von insgesamt 464 Millionen Euro zu beklagen. Wie der staatszonzern Konzern mitteilte, ging der Umsatz 2011 um 2,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr (9,104 Milliarden Euro) zurück - auf nun 8,872 Milliarden Euro. Dass das Ergebnis nicht noch schlechter ausgefallen ist, lag vor allem am Wachstum im Geschäftsfeld "Erneuerbaren Energien". Der Umsatz in dieser Sparte stieg somit von 150 Millionen Euro im Jahr 2010 auf 297 Millionen Euro im darauffolgenden Jahr. Umsatzgewinne von 18 Prozent verzeichnete der Konzern ebenfalls in der Sparte Bergbau.

Kostspielige Problembaustelle: Der finnische Druckwasserreaktor Olkiluoto 3 sollte eigentlich schon 2009 ans Netz gegangen sein. (Foto: atomforum.ch)
Insgesamt wird die Jahresbilanz tiefrot ausfallen. Mitte Dezember musste der Konzern 2,4 Milliarden Euro abschreiben, unter anderem für den Uranminenbetreiber Uramin, den Areva vor fünf Jahren gekauft hatte. Neben den Auftragsstornierungen plagen die Atomsparte vor allem die Probleme mit dem Neubau des Druckwasserreaktors im finnischen Olkiluoto: Der wird mindestens doppelt so teuer und nicht vor 2014 fertig - obwohl die neue Vorzeigetechnologie doch eigentlich schon 2009 ans Netz gehen sollte. Insgesamt dürfte Areva 2011 einen Verlust von 1,5 Milliarden Euro einfahren - nachdem der Konzern jahrelang nur Gewinne am Ende des Geschäftsjahres kannte.
Die Spätfolgen von Fukushima - Areva will aber dennoch nicht umsteuern. Die Nuklearsparte verzeichne die größten Zuwachsraten bei der Auftragslage, erklärte der Konzern - knapp 25 Prozent im Vergleich zum Jahresbeginn 2011. Vor allem das Geschäft in Frankreich ist dafür verantwortlich, Électricité de France ist dabei der größte Auftraggeber. Areva-Geschäftsführer Luc Oursel nannte dies eine "Bestätigung der Stärke der Areva-Gruppe."
klimaretter.info/tony
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