Abu Dhabi plant Einstieg in deutschen Offshore-Markt
Das arabische Emirat Abu Dhabi zeigt großes Interesse an deutschen Windkraft-Offshore-Projekten. Dies erklärte Frank Wouters, Chef des staatlichen Energiekonzerns Abu Dhabi Future Energy Company (Adfec) Masdar, gegenüber der Financial Times Deutschland. Masdar führe "viele Gespräche im deutschen Offshore-Markt", denn man sei "sehr interssiert an einem Einstieg". Abu Dhabi wolle hierbei nicht nur finanziell, sondern auch durch Wissenstransfer profitieren. "Unsere Ingenieure können manche der technischen Lehren für die Ölförderung auf hoher See verwenden", so Wouters.

Der Kronprinz Abu Dhabis, Shaikh Mohammed bin Zayed Al Nahyan, auf dem World Future Energy Summit im vergangenen Jahr. (Foto: World Future Energy Summit)
15 Prozent des deutschen Stromverbrauchs sollen 2030 durch Offshore-Windkraft gedeckt werden. Private Investoren spielen für die anstehenden Investitionen eine wichtige Rolle. Einflick in konkrete Planungen gab Wouters jedoch noch nicht. Auch habe Masdar noch kein Projekt finden können, welches sich für den Konzern "rechnet", so Wouters weiter. Es stelle ein finanzielles Risiko dar, da sich die deutschen Windparks weit entfernt von der Küste befinden. Dadurch mache insbesondere der Bau der Anlagen, Fundamente und Kabeltechnik langfristig einen großen Teil der Gesamtkosten aus, wenngleich Windräder langfristig billiger würden.
Der Konzern aus den Vereinigten Arabischen Emiraten ist kein Newcomer auf dem deutschen Markt. Masdar ist auch an einem Solarpark in Thüringen beteiligt. Mit einer Leistung von 11,7 Megawattpeak ist der Park in der Nähe von Gotha derzeit der größte Solarpark Thüringens. Der Investmentchef der Private-Equity-Tochter Masdar Capital Alex O'Cinneide sagte zudem: "Wir werden sicher in diesem Jahr noch in Europa investieren. Und Deutschland ist bei technischen Entwicklungen ganz weit vorn."
klimaretter.info/tony
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