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Gazprom "interessanter Partner" für Thüga

Die thüringische Stadtwerke-Holding Thüga zeigt Interesse an einer Zusammenarbeit mit dem russischen Energiekonzern Gazprom. "Gazprom wäre ein interessanter Partner", sagte Thüga-Chef Ewald Woste gegenüber der Süddeutschen Zeitung. Der Konzern verfüge über finanzielle Mittel und das Lieferpotenzial für gemeinsame Projekte. Daher sei Gazprom ihm und der Thüga-Gruppe "grundsätzlich sehr willkommen".


Gebäude der Thüga Hauptverwaltung (Foto: Thüga)

Mit den Stadtwerken könnte Gazprom einen tragfähigen Partner für den angekündigten Einstieg in den deutschen Gaskraftmarkt gefunden haben. Mit etwa 90 Stadtwerken ist die Thüga-Gruppe das größte in Deutschland bestehende Netzwerk von Energie- und Wasserversorgern. Die deutschen Stadtwerke hatten insgesamt angekündigt, in den nächsten zehn bis fünfzehn Jahren den Anteil des von Stadtwerken produzierten Stroms in Deutschland auf 25 Prozent mehr als zu verdoppeln. Seit Jahren bemühen sie sich darum, den großen vier Konzernen RWE, Eon, Vattenfall und EnBW Marktanteile abzujagen.

Damit erhöht sich auch der Druck auf die großen vier Energiekonzerne. Kooperationen der kommunalen Versorger mit Gazprom könnten den Marktanteil von RWE, Eon, Vattenfall und EnBW langfristig reduzieren. "Die Ära der Stadtwerke hat begonnen", sagte Helmut Müller, Aufsichtsratschef der Thüga-Gruppe.

Auch mit RWE hatte Gazprom über den gemeinsamen Bau von Gaskraftwerken verhandelt, hiebei jedoch keine Einigung erzielt. Im Dezember war Gazprom-Chef Alexej Miller zudem zu Gesprächen mit Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) und Wirtschaftsminister Martin Zeil (FDP) nach Bayern gereist, um eine gemeinsame Absichtserklärung über eine Kooperation im Kraftwerksbau zu unterzeichnen. 

Gazprom hat sich mit der Übernahme des Strom-, Mobilfunk- und Internetanbieters Envacom im November bereits einen Zugang zum deutschen Endkundenmarkt verschafft.

klimaretter.info/tony

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