Finanzkrise frisst Klimaschutz-Gelder
In der weltweiten Finanzkrise streichen die Regierungen ihre Klimaschutzgelder zusammen. Das ist das Ergebnis der Studie "Durban Dynamics: Navigating for progress on climate change", die das Beratungunternehmen Ernst&Young vorgelegt hat. Bis zu 30 Milliarden Euro könnten demzufolge bis 2015 an Klimaschutz- und Umweltausgaben gegenüber der eigentlichen Planung fehlen.

Im Extremfall könnten noch weit größere Milliardensummen fehlen (Foto: Friedrich Kromberg/W.J.Pilsak)
Für die Studie ließ Ernst&Young durch das Forschungsinstitut Oxford Economics die klimabezogenen Ausgaben der zehn größten Volkswirtschaften analysieren - sowohl die ursprünglichen Planungen als auch das Niveau nach beschlossenen oder geplanten Sparmaßnahmen. Berücksichtigt wurden beispielsweise Förderprogramme für Erneuerbare Energien oder Steuervorteile für saubere Technologien.
Den Zahlen zufolge werden in Deutschland derzeit rund 17 Milliarden Euro pro Jahr für Klimaschutz ausgegeben, das ergibt einen Anteil von 1,6 Prozent am Staatshaushalt und damit den Spitzenwert im globalen Vergleich. Schlusslicht bei der Ausgabenquote ist die USA mit nur rund 0,3 Prozent (in absoluten Zahlen: etwa zwölf Milliarden Euro). Die größten Einschnitte verzeichnet Spanien. Das Land allein will laut Studie bis 2015 aufgrund der Verschuldungs- und Finanzkrise knapp vier Milliarden Euro weniger für Klimaschutz ausgeben.
Wirtschaftsmanager halten Kyoto-Nachfolgeabkommen für notwendig
Im Rahmen der Studie wurden auch Wirtschaftsmanager über ihre Meinungen zum Klimaschutz befragt. 83 Prozent glauben demnach, ein verbindliches Klimaschutzabkommen in Durban könne die Erderwärmung noch aufhalten. Doch nur rund 20 Prozent glauben, dass es zu einem solch verbindlichen Abkommen kommen wird.
Interessant: Nur 22 Prozent der Befragten gaben an, der Klimawandel sei hauptsächlich eine Gefahr fürs Geschäft - hingegegen begreifen ihn 54 Prozent als Chance für ihr Unternehmen. Zugleich sagen zwei Drittel der Manager, ihr Unternehmen mache sich den Klimawandel nicht bestmöglich zunutze.
"Wie man auf den Klimawandel reagiert, ist nicht nur eine umweltpolitische Frage, sondern auch eine wirtschaftliche", sagt Peter Nolden, Partner bei Ernst&Young. "Vor dem Hintergrund unserer endlichen Ressourcen ist es eine große Herausforderung, die Bedürfnisse der weltweit wachsenden Wirtschaft zu decken und gleichzeitig dem Umweltschutz gerecht zu werden."
klimaretter.info/tony
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