Vattenfall verkauft polnische Tochter
Der schwedische Staatskonzern will sein Geschäft auf Deutschland, Schweden und die Niederlande beschränken.
Der schwedische Staatskonzern verkauft seine polnischen Tochterunternehmen an den dortigen Öl- und Gaskonzern PGNiG, sowie an den Energiekonzern Tauron. Vattenfall setzt damit seine Strategie um, sich in Zukunft auf die Märkte in Schweden, Deutschland und den Niederlanden zu konzentrieren.

Bislang von Vattenfall betrieben: Kohlekraftwerk Żerań in Polen. (Foto: Hiuppo, Wikimedia Commons)
Im vergangenen Jahr hatte Vattenfall angekündigt, sein internationales Engagement schrittweise zurückzufahren. Der schwedische Konzern war in Polen vor allem im Fernwärmemarkt aktiv.
"Wir haben unser Geschäft in Polen in den vergangenen Jahren sehr erfolgreich geführt", sagte Øystein Løseth, Vorsitzender von Vattenfall. "Ich bin erfreut, dass wir zwei starke neue Besitzer gefunden haben, die auf einem soliden Fundament zu den zukünftigen Veränderungen im polnischen Energiemarkt beitragen können."
Vattenfall Heat Poland (VHP) geht für umgerechnet 720 Millionen Euro an das polnische Gasunternehmen PGNiG, die Vattenfall-Tochter GZE geht an den polnischen Konzern Tauro, der sich Vattenfalls Präsenz in der Industrieregion Oberschlesien 1,1 Milliarden Euro kosten läßt. Der Deal, an dem 2.800 Mitarbeiter hängen, soll noch in diesem Jahr abgeschlossen werden - falls die Kartellbehörden zustimmen.
Beteiligungsverfahren für Tagebau Brody endete heute
Unterdessen endete heute in der polnischen Wojewodschaft Lubuskie die Öffentlichkeitsbeteiligung zum Raumordnungsplan für einen neuen Tagebau und ein neues Braunkohlenkraftwerk nahe der deutschen Grenze. Bürger aus der Region Forst und Guben hatten im Verfahren eklatante Mängel in den ausgelegten Unterlagen festgestellt und eine Überarbeitung der Pläne gefordert. "Auch unsere Dörfer wären nicht mehr lebenswert, wenn dieses Vorhaben verwirklicht würde", sagte Sylvia Borkenhagen aus Grabko.
Polen hat die europaweit größten Vorkommen an Braunkohle. Nach Angaben des "Deutschen Bundesverbandes Braunkohle DEBRIV deckt Braunkohle in Polen 34 Prozent der Stromerzeugung. Die Kapazitäten sollen ausgebaut werden, nahe der Ortschaften Gubin und Brody soll ein neuer Tagebau entstehen. Die Betroffenen hatten sich in Bürgerentscheiden zwar gegen die Tagebaupläne ausgesprochen - jedoch haben diese keine für die polnische Politik bindende Wirkung. 200 Menschen aus 13 Ortschaften müssten den polnischen Braunkohleplänen weichen. Zudem ist der Bau eines neuen Braunkohlekraftwerks mit einer Größe von 3.000 Megawatt geplant.

Bleibt im Vattenfall-Besitz: Kohle-Kraftwerk in der Lausitz. (Foto: Matthias Rietschel)
In der Vergangenheit war Vattenfall indirekt auch an der geplanten Erschließung und dem Betrieb des Tagebaus östlich der Neiße-Grenze beteiligt. In der Lausitz wollen die Schweden drei neue Tagebaue erschließen, um auch nach 2025 noch Braunkohle verfeuern zu können.
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