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Noch größerer Jobabbau bei Eon

Der Stromkonzern bestätigt bei der Vorstellung seiner Halbjahresbilanz Pläne für den Abbau von bis zu 11.000 Stellen. Konkrete Entscheidungen sind erst im Herbst geplant. Hintergrund sind reduzierte Gewinne nach dem Atomausstieg.

Von Martin Reeh

Der Energiekonzern Eon hat Meldungen über einen geplanten Jobkahlschlag bestätigt. Bis zu 11.000 Stellen sollen auf den Prüfstand, bestätigte der Düsseldorfer Konzern bei der Vorstellung seiner Halbjahresbilanz am Mittwoch. In Medienberichten der vergangenen Woche war zunächst nur von einem Abbau von 10.000 Arbeitsplätzen die Rede gewesen. Insgesamt beschäftigt der Konzern 85.000 Mitarbeiter. Vor allem Stellen im Verwaltungsbereich sollen abgebaut werden. Über konkrete Schritte will Eon aber erst in den nächsten Wochen entscheiden.


Eon-Hauptversammlung 2011 in Essen. (Foto: Eon)

Mit dem Jobabbau will der Konzern Kosten senken. Bis 2015 will Eon seine Ausgaben von derzeit elf auf 9,5 Milliarden Euro reduzieren. Damit soll auch ein Teil des Gewinnrückgangs wettgemacht werden, für den Eon das Ende der Atomkraft verantworlich macht. Im ersten Halbjahr sank das Ergebnis vor Steuern um 45 Prozent auf 4,325 Milliarden Euro gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Ursache dafür ist auch der Ausstieg aus der Atomenergie. Alleine die Novelle des Atomgesetzes und die Brennelementesteuer hätten Eon in diesem Halbjahr mit 1,9 Milliarden Euro belastet, teilte der Konzern mit. Eon ist als größter deutscher Atomstromproduzent besonders vom Ausstieg betroffen. Die AKW Isar I und Philippsburg durften ebenso wie die AKW Krümmel und Brunsbüttel nicht wieder ans Netz.

Auch geringere Erlöse im Stromhandel sowie "negative Ergebnisse aus langfristigen Gasbezugsverträgen" hätten den Gewinnrückgang verursacht. "In den letzten Jahren ist es trotz zahlreicher Anstrengungen nicht gelungen, unsere Verwaltung zu vereinfachen. Wir müssen aber einfachere, transparentere und weniger kostenintensive Strukturen schaffen, wenn wir am Markt bestehen wollen", sagte Eon-Vorstandschef Johannes Teyssen bei der Vorstellung des Halbjahresberichts.

Nach Angaben der Gewerkschaft verdi sollen bis zu 60 Prozent der Stellen in Deutschland abgebaut werden. Bis 2012 gilt ein Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen. Die Gewerkschaft fordert einen weiteren Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen darüber hinaus und eine Sicherung der Arbeitsplätze in Hannover, Essen und München. Eon will die Ruhrgas-Zentrale in Essen, die Energie-Sparte in München und die Hannoveraner Kraftwerksabteilung mit der Zentrale in Düssledorf verschmelzen. In Essen waren erst 2010 die 1.800 Mitarbeiter in eine 200 Millionen teure neue Zentrale eingezogen.


AKW Philippsburg: abgeschaltet. (Foto: Lothar Neumann/wikipedia)

Teyssen bestätigte, dass Eon mittelfristig ein Viertel des Gewinns außerhalb Europas erwirtschaften wolle. Bei der Festlegung und Erschließung neuer Wachstumsregionen liege das Unternehmen im Plan. Der Konzern geht davon aus, dass die wesentlichen Trends der ersten Halbjahres, darunter "Überkapazitäten in den wesentlichen europäischen Energiemärkten, Technologieumbrüche sowie absehbare Markteingriffe durch Politik und Regulatoren" auch in den nächsten Jahren das Geschäft "erheblich belasten werden".

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