388 Gigawatt erneuerbare Energien
US-Umweltstiftung untersucht Wind, Sonne & Co. als Investitionsfaktor: In China, Deutschland und den USA wurden 2010 die höchsten Summen in erneuerbare Energietechnologien gesteckt.
Von Sarah Messina
2010 wurden weltweit Rekordsummen in den Ausbau der Nutzung von Wind, Sonne & Co. gesteckt: Gegenüber dem Vorjahr wuchs das Investitionsvolumen um 30 Prozent auf insgesamt 234 Milliarden US-Dollar, geht aus einem Bericht des Pew Charitable Trust hervor, der am Dienstag (Ortszeit) in Washington veröffentlicht wurde. China, Deutschland und die USA haben demnach am meisten in erneuerbare Energietechnologien investiert.

Die meisten Gelder fließen weltweit in die Windenergie. (Foto: Paul Langrock)
Für das "Rennen um erneuerbare Energien" hat die US-Umweltstiftung gemeinsam mit dem Finanz-Analysten Bloomberg die größten Wirtschaftsmächte der Welt unter die Lupe genommen, die weltweit für 90 Prozent der Investitionen in entsprechende Technologien verantwortlich sind. Führend ist die Volksrepublik China mit einer Gesamtsumme von rund 54,4 Milliarden US-Dollar im Jahr 2010 – rund 39 Prozent mehr als noch im Vorjahr. Deutschland stieg mit einer Verdopplung der Investitionen auf 41,2 Milliarden US-Dollar auf Platz zwei auf und überholte damit die USA. Die schaffen es trotz Investitionsplus von 51 Prozent auf 34 Milliarden US-Dollar nur noch auf Platz drei.
Wind bleibt Investitionsliebling, Sonne holt auf
Den größten "Abstieg" in der Weltliga der Investitionen für erneuerbare Energien verzeichnet die Pew-Gruppe für Großbritannien, das von Platz fünf auf Platz 13 abrutschte. Das Schwellenland Indien schaffte es dagegen erstmals unter die ersten zehn, während Italien als erstes Land mit "grid parity" für Solarenergie auf Platz vier aufsteigen konnte. Sonnenstrom ist demnach in dem sonnenverwöhnten Italien bereits zu gleichen Kosten wie konventionell erzeugter Strom zu haben.

Fertigung von Solarmodulen: Deutschland schafft es durch seine Investitionen in die Photovoltaik auf Platz zwei der Pew-Liste. (Foto: Solarworld)
Weiterhin gehört zwar die Windenergie zu den beliebtesten Projekten von Investoren: Rund 95 Milliarden US-Dollar flossen der Studie zufolge 2010 in den Ausbau der Windkraft. Deutliches Wachstum verzeichnete jedoch der Solarsektor mit einer Steigerung von 53 Prozent und Rekordinvestitionen in Höhe von 70 Milliarden US-Dollar. Weltweit wurden mehr als 17 Gigawatt Kapazität für Solarenergie neu installiert – Fast die Hälfte der Investitionen in dem Bereich wurden in Deutschland getätigt, wo erst Anfang 2011 die Einspeisevergütung für Photovoltaik durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz durch den Solar-Boom zum zweiten Mal gekürzt worden war.
Weltweit 388 Gigawatt: Investiert wird vor allem, wo die Politik entsprechende Weichen gestellt hat
"Erneuerbare Energien haben sich zu einem der weltweit dynamischsten und wettbewerbsfähigsten Bereiche entwickelt", sagt Studienautorin Phyllis Cuttino. Seit 2004 habe es ein Investitionswachstum von 630 Prozent gegeben. "Länder wie China, Deutschland oder Indien sind dabei für Geldgeber besonders attraktiv, weil die Politik Ziele für den Ausbau erneuerbarer Energien und die Reduktion von Kohlendioxid-Emissionen bietet oder besondere Anreize für Investoren gesetzt werden", so Cuttino.Insgesamt erzeugen der Studie zufolge weltweit derzeit Anlagen mit einer Gesamtkapazität von rund 388 Gigawatt Stom aus Wind- und Wasserkraft, Biomasse, Solarenergie, Geothermie oder Meeresenergie. Rund ein Viertel der installierten Leistung geht auf das Konto der Volksrepublik China.
Guter Journalismus kostet
Sie können die Texte auf klimaretter.info kostenlos lesen. Erstellt werden sie jedoch von bezahlten Redakteuren. Unterstützen Sie den Klimaretter-Förderverein
Klimawissen e. V. einmalig durch eine Spende oder dauerhaft mit einer Fördermitgliedschaft.
Spendenkonto
Die Schlagzeilen um 22 Uhr
In dieser Woche am meisten gelesen
Meinungen: Rezension
Die Übermacht der fossilen Industrie In Bonn wird auf der UN-Frühjahrstagung gerade wieder über das Klima verhandelt. Ein umweltverträglicher Kapitalismus ist jedoch nicht abzusehen. Aber auch die Kritiker tun sich schwer - ihnen fehlen die Alternativen. Eine Rezension von Felix Werdermann [mehr...]
Meinungen: Standpunkte
"Altmaier muss die Energiewende retten" Nun ist es amtlich: Der Bundespräsident hat Norbert Röttgen (CDU) entlassen und Peter Altmaier (CDU) seine Ernennungsurkunde zum Umweltminister überreicht. Dass Kanzlerin Angela Merkel (CDU) nun einen ihrer engsten Vertrauten für das Projekt Energiewende ins Rennen schickt, ist wichtig für die Kontiunität der Energiewende und für das Kräftespiel zwischen Wirtschafts- und Umweltministerium, findet klimaretter.info-Herausgeber Gero Lücking. [mehr...]
Jahrestag
Das Fukushima-Dossier
11. März 2011: Die Welt wird mit Stärke 9 erschüttert, fast 20.000 Menschen sterben. Die Atomanlagen havarieren, ein politischer Tsunami folgt. Kanzlerin Merkel ändert binnen 7 Monaten ihre Politik komplett, die Welt diskutiert die Atomkraft. Zum Jahrestag präsentiert klimaretter.info jenes Dossier, das damals im Nachrichtendschungel Orientierung gab. [mehr]
Aktion des Monats Das Netzwerk Friends of the Earth hat eine Europäische Bürgerinitiative für den EU-weiten Atomausstieg gestartet. BUND-Hubert Weiger, einer der Initiatoren sagt, mit der Volksinitiative habe man "jetzt endlich eine greifbare Möglichkeit, den Weg in eine sichere und saubere Energiezukunft zu ebnen". Nutzen wir sie! [mehr] | Zu Ihrem Vorteil Sie lesen uns gerne und regelmäßig? Sie finden unser Angebot interessant, hilfreich und erhellend? Dann müssen Sie uns helfen! Unabhängiger Journalismus kostet Geld, und wenn RWE, Vattenfall, die CDU oder die Netzbetreiber nicht dafür zahlen, dann doch wohl Sie! Abonnieren Sie uns, für 3, 5 Euro oder 50 im Monat, für 100 Euro im Jahr - oder "Flattrn" Sie uns [mehr...] |
Klimaretter-Jobbörse
Die Pioniere der Energiewende
Ein Elektroingenieur für den Bereich Netzanschluss gesucht? Einen Sicherheitsexperten für die Windkraft? Eine Klimaberaterin für die Verbraucherzentrale in Mainz? Auf der klimaretter.info Jobbörse werden viele spannende Jobs zur Energiewende angeboten. [mehr]
Lexikon Was eigentlich ist TREC und was die COP? Wie berechnet sich der Heizwert und wie die Wärmestrahlung? Wie funktioniert Contracting, wie ein Smart Grid? Antworten auf diese und viele andere Fragen finden Sie in unserem Lexikon zum Stöbern - und Nachfragen [mehr] | Klimaretter-Beichtstuhl Na, doch wieder einmal schwach geworden? Doch wieder eine unnötige Strecke mit dem Auto gefahren? Doch wieder ins Flugzeug gestiegen? Fehler zu (be)kennen, ist der erste Schritt zur Besserung: Erzählen Sie einfach sich, was Sie bereuen. Und warum. Sie werden sehen: Das erleichtert! Nutzen Sie einfach unseren "klimaretter.info-Beichtstuhl". [mehr...] |
Deutsche Stahlwirtschaft: Pure Panikmache
DB mobil, die Kundenzeitschrift der Bahn, ist eine honorige Publikation. Erstens beträgt ihre Auflage mehr als 500.000 Stück, nur wenige Magazine bewegen sich in diesen Größenordnungen. Zweitens ist die Zeitschrift gut gemacht. Im Maiheft geht es beispielsweise um Elektromobilität, die[…] [mehr...]Mehr vom Lügendetektor
Klimaretter-Dossiers
Die Gesetze der Energiewende - Eine Analyse
Atomkraft weltweit - Die Welt nach Fukushima
Der GAU von Tschernobyl - 25 Jahre später
Atomunfall in Japan - Das Unglück von Fukushima
E10 und das Politikversagen - Wie es jetzt weiter geht
Das Zwei-Grad-Ziel - Ist die Erderwärmung zu stoppen?
Anpassungsstrategie - Das Meer steigt
Fussball-WM 2010 - Afrika im Klimawandel
Ausgekohlt - Wie Kohlekraftwerke kippten
Nordrhein-Westfalen 2010 - Die Klima-Wahl
Bundestagswahl 2009 - Klima nur Nebensache
Merkels Klimabilanz - Bilanz der Meseberg-Beschlüsse
McPlanet-Kongress - Beginn einer neuen Bewegung
Beichtstuhl - Wen das Gewissen plagt
Kopenhagen ABC - Deshalb gibt es COPs und MOPs
Klimakonferenz-Specials
Durban Dezember 2011 - COP17 in Südafrika
Berlin Juli 2011 - Petersberger Dialog ohne Ergebnis
Bonn Juni 2011 - Kein Frühling auf der Frühjahrstagung
Bangkok April 2011 - Verwaltung statt Klimarettung
Cancún Dezember 2010 - Hoffnungszeichen in Mexiko
Tianjin Oktober 2010 - Letzte Konferenz vor Cancún
Bonn August 2010 - Die Sommerkonferenz
Bonn Juni 2010 - Noch mehr Stillbeschäftigung
Bonn April 2010 - Stillbeschäftigung in Bonn
Alternativgipfel April 2010 - Cochabamba
Dezember 2009 - Kopenhagen Countdown
Kopenhagen Dezember 2009 - COP15
Barcelona November 2009 - Noch viele Fragezeichen
Bangkok Oktober 2009 - Feinschliff am Text
Bonn Juni 2009 - Hoffnung auf ein Abkommen
Poznan Dezember 2008 - Der 14. Klimagipfel COP14
Bali Dezember 2007 - Der 13. Klimagipfel COP13
Facebook Empfehlungen
klimaretter.info auf Twitter
klimaretter.info Newsfeed





Sowohl in den USA als auch in Europa wurden 2009 mehr Anlagen für erneuerbare Energien installiert als für fossile Energieträger
Kanzlerin Merkel wirbt in ihrer wöchentlichen Videobotschaft für das Energiekonzept der Bundesregierung. Atomkraftwerksbetreiber müssten 60 Prozent ihres Gewinns abgeben
Im Bundesländer-Ranking ist Brandenburg beim Ausbau erneuerbarer Energien Spitze. Thüringen punktet beim Zubau-Tempo und Bayern bei der Akzeptanz
Bank rechnet in den nächsten Jahren mit Wachstumsraten von mehr als 10 und 20 Prozent bei Wind- und Solarenergie
Mit dem "Clean Energy Ministerial" sollen erneuerbare Energien gestärkt werden. Dänemark, Deutschland und Spanien starten Initiative für einen "globalen Solar- und Windatlas"
In Großbritannien sind mittlerweile Erneuerbare Energien mit 5.000 Megawatt Leistung am Netz. Bis zum Jahr 2020 sollen weitere 27.000 Megawatt hinzukommen
Der Internetkonzern investiert 100 Millionen US-Dollar in den Shepherds Flat Windpark im US-Bundesstaat Oregon
Der Finanzierungsbedarf der Klima- und Energiewende ist ermittelt: Unternehmensberatung Accenture und die Barclays Bank sehen große Chancen für Bankdienstleister und die Wirtschaft.
Windradbauer bekommt die Finanzkrise zu spüren, kann sich aber dank Kostensenkungsprogramm behaupten
Bund soll mehr Kompetenzen haben, Planungszeit soll von zehn auf vier Jahre gesenkt werden
Erneuerbare Energien, nicht Atomkraft, sind laut Bundesumweltminister Norbert Röttgen die "Zukunftsoption". Die Laufzeiten der Atomkraftwerke sollen nur "moderat" verlängert werden
Münchner Unternehmen geht nach Rekordzahlen im dritten Quartal auf den größten Gewinn der Konzerngeschichte zu: Zu den größten Wachstumstreibern gehören die Umwelttechnologien
Der Konzern erinnert sich an seine Wurzeln: die Zukunft Stromerzeugungs-Technologie. Gegen das boomende Geschäft mit fossiler Kraftwerkstechnologie nimmt sich allerdings der Umsatz des "grünen Geschäftsbereichs" eher mager aus.
Kein anderes Bundesland bekommt durch die Ökostrom-Förderung so viel Geld wie Bayern. Die enorme Solarförderung lässt im Freistaat selbst den Rückstand bei der Windenergie klein aussehen. Deutlicher Verlierer im Länder-Ranking ist Nordrhein-Westfalen.
Die als Brückentechnologie geforderten neuen Gaskraftwerke würden so selten zum Einsatz kommen, dass sich der Ausbau kaum lohne, heißt es



