Eon steigert seinen Umsatz
Der Energiekonzern hat im vergangenen Jahr bei 92,9 Milliarden Euro umgesetzt, der bereinigte Gewinn liegt bei 4,9 Milliarden Euro. Konzernchef Theyssen sorgt sich um die Brennelementesteuer.
Von Johanna Treblin
Energiekonzern Eon hat am Mittwoch seine Jahresbilanz vorgelegt: Der Konzernumsatz ist im vergangenen Jahr um 16 Prozent auf 92,9 Milliarden Euro gestiegen. Die Verschuldung konnte um sieben Milliarden Euro gesenkt werden. Der bereinigte Konzernüberschuss liegt mit 4,9 Milliarden Euro knapp 4 Prozent unter dem Vorjahreswert. Trotz diesen unterm Strich stabil-rosigen Zahlen sieht Eon für das Jahr 2011 "schwere Zeiten" auf sich zukommen. Eon-Aktionäre erhalten wie in den beiden vergangenen Jahren eine Dividende von 1,50 Euro pro Aktie.

Eon fürchtet in diesem Jahr wegen der Kernbrennstoffsteuer Gewinneinbrüche. (Foto: Eon AG)
Bei der Vorstellung der Zahlen in Düsseldorf erklärte Vorstandschef Johannes Teyssen, der Konzern werde das Vorjahresergebnis nicht halten können. Als Grund nannte er die im Rahmen des Energiekonzepts der Bundesregierung im vergangenen Herbst eingeführte Brennelementesteuer, die seit Beginn dieses Jahres gezahlt werden muss. Diese werde den Konzern mit einer Milliarde Euro belasten. Im Strommarkt mache sich darüber hinaus zeitverzögert die Wirtschaftskrise bemerkbar: In den "Krisenjahren" seien schlechtere Abschlüsse erzielt worden, die den Konzern nun treffen.
Sorgen macht man sich auch jetzt schon um die 2013 "zusätzlich anfallende Belastung durch die Ersteigerung von Kohlendioxid-Zertifikaten. Stromkonzerne haben die nötigen Zertifikate zur Deckung ihrer Kohlendioxid-Emissionen bislang zu einem Großteil kostenlos zugeteilt bekommen und müsse diese ab 2013 voll ersteigern. Diese "Kosten" sind von den meisten Stromerzeugern allerdings längst eingepreist worden, statt die "Geschenke für die Kohleindustrie" an die Verbraucher weiterzugeben.
Eons Wachstum war 2009 erstmals in Wanken geraten
Tatsächlich hat der Konzern 2010 die vergleichsweise schlechten Zahlen des Vorjahres hinter sich gelassen. 2009 war das Wachstum des Düsseldorfer Energieunternehmens erstmals erstmals ins Stocken geraten: Der Umsatz war um sechs Prozent gesunken, der Gewinn verschlechterte sich um fünf Prozent. Insgesamt lag der Umsatz allerdings auch 2009 noch immer bei 82 Milliarden Euro, was mehr ist als etwa das Bruttoinlandsprodukt von Ländern wie Bolivien, Uganda oder Bosnien. Der Aufschwung im Jahr 2010 ist Konzernangaben zufolge unter anderem auf höhere Erlöse im Netzgeschäft in Deutschland zurückzuführen.
Eon-Kohlekraftwerk Staudinger in der Nachbarschaft Hanaus. (Foto: Eon AG)
Darüber hinaus meldet das Unternehmen "erste Erfolge bei der Umsetzung der neuen Konzernstrategie": Indem Eon neben kleineren Transaktionen seinen Anteil am russischen Unternehmen Gazprom verkaufte und das italienische Gas- und das britische Stromnetz abtrat, habe der Konzern seit November 2010 neun Milliarden Euro von geplanten 15 Milliaden Euro aus Beteiligungsverkäufen erzielt.
Auf Erneuerbare Energien setzt Eon vor allem im Ausland
Bei der "strategischen Neuausrichtung" im November hatte Eon auch "mehr Klimaschutz" angekündigt: "Die spezifischen CO2-Emissionen der Stromerzeugung in Europa sollen bereits bis 2020 - und damit 10 Jahre früher als bislang geplant – gegenüber 1990 halbiert werden", hieß es seinerzeit. Zum Klimaschutz zählt Eon dabei unter anderem den Betrieb seiner elf Atomkraftwerke in Deutschland. Der Schwerpunkt liege jedoch auf dem "substanziellen Ausbau der Erneuerbaren Energien" - der bislang vor allem im Ausland stattfindet:
In Großbritannien begann man mit der Installation der ersten Fundamente für den Offshore-Windpark London Array begonnen, in Spanien stehe man kurz vor der Fertigstellung von zwei solarthermischen Kraftwerken mit einer Leistung von insgesamt 100 Megawatt, bilanzierte der Konzern am Mittwoch seine Bemühungen in Sachen Erneuerbare Energien.
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