Klimaprojekt Nr. 1 in Russland bewilligt
Das UN-Klimasekretariat hat das erste russische Klimaprojekt im Rahmen des Kyoto-Protokolls bewilligt: Den Ausbau eines Wärmekraftwerks in Shaturskaya bei Moskau. Damit sollen bis Ende 2012 im Rahmen des sogenannten Joint-Implementation-Mechanismus mehr als eine Million Tonnen Kohlendioxid-Äquivalente eingespart werden.
Von Johanna Treblin
Das UN-Klimasekretariat hat das erste russische Klimaprojekt im Rahmen des Kyoto-Protokolls bewilligt. In Shaturskaya bei Moskau soll ein Wärmekraftwerk erweitert und mit einer klimaschonenden Technologie ausgestattet werden. Das Projekt fällt unter den sogenannten Joint-Implementation-Mechanismus (JI) – einen der drei flexiblen Mechanismen des Kyoto-Protokolls zur Reduzierung von Treibhausgasen.

JI-Meilenstein: Das Klimasekretariat hat Russlands erstes Joint-Implementation-Projekt genehmigt: Das Wärmekraftwerk Shaturskaya bei Moskau soll erweitert werden. (Foto: Wikipedia)
Im Juli akzeptierte Russland 15 Projekte im Rahmen des Joint-Implementation-Mechanismus. Als nächster Schritt wurde nun zunächst das Wärmekraftwerk in Shaturskaya vom JI-Aufsichtsausschuss des UN-Klimasekretariats genehmigt. Gegenüber Elektrizität aus veralteten Technologien soll das Verfahren nun bis Ende 2012 mehr als eine Million Tonnen Kohlendioxid-Äquivalente einsparen.
Insgesamt sind nach Angaben des UN-Klimasekretariats 190 Joint-Implementation-Projekte bereits registriert, weitere 200 sind noch in der Pipeline. Bis Ende 2012 sollen sie Emissionsreduktionen von knapp 400 Millionen Tonnen Kohlendioxid-Äquivalenten erwirtschaften.
Mit dem JI sowie dem anderen projektbasierten flexiblen Mechanismus des Kyoto-Protokolls, dem Clean Development Mechanism, sollen die Industrieländer ihre Kohlendioxidemissionen dort eingesparen, wo es kostengünstig ist. Das bedeutet, dass sie einen Großteil ihrer Klima-Leistungen zwar im eigenen Land erbringen müssen, einen Teil aber auch im Ausland. Als Joint-Implementation-Projekte gelten solche, mit denen Industrieländer Emissionen in anderen Industrieländern einsparen. Emissionsreduktionen im Rahmen des Clean Development Mechanism hingegen werden von Industrieländern in Entwicklungsländern erbracht. Beim CDM werden dabei zusätzliche Emissionszertifikate generiert und der Markt dadurch erweitert.

Als CDM-Projekt registrierte Produktionsanlage für das Industriegas Lachgas (N2O) in China. CDM-Projekte geraten immer wieder in die Kritik. (Foto: cdm.unfccc.int)
Joint-Implementation-Projekte gibt es zwar auch schon in Deutschland und Frankreich, ursprünglich war der Mechanismus allerdings für die Transformationsstaaten in Osteuropa gedacht. Russland etwa hat wirtschaftsbedingt deutlich weniger Kohlendioxid emittiert, als bei der Verteilung des Kontingents für die erste Verpflichtungsperiode des Kyoto-Protokolls angenommen.
Der Clean Development Mechanism hat in der Vergangenenheit – im Gegensatz zu JI – viel Kritik geerntet. Als größtes Problem nennt die Nichtregierungsorganisation CDM Watch im Klimaretter-Interview, dass er einem der Hauptkriterien des Mechanismus widerspricht: der Zusätzlichkeit. Nur solche Projekte dürfen genehmigt werden, die ohne die CDM-Gelder nicht in Angriff genommen worden wären. Eine Studie des Öko-Instituts hat jedoch gezeigt, dass rund 40 Prozent der CDM-Projekte sowieso in Betrieb gegangen wären.
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