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Brandenburgs Zukunft ohne Braunkohle

Die brandenburgische Landesregierung will in ihrem Entwurf für die Energiestrategie 2030 auch weiterhin auf die klimaschädliche Braunkohle setzten. Die Umweltschutzorganisation Greenpeace zeigt im Rahmen einer Studie nun die Vorteile des Braunkohleausstiegs auf. Die Erneuebaren könnten demnach 2030 problemlos den gesamten Strombedarf des Landes decken. Und noch mehr: Die Energiewende schafft tausende Arbeitsplätze.

Von Tony Stuemer

Eine Abkehr Brandenburgs von der klimaschädlichen Braunkohle ist ein Gewinn, nicht allein für das Klima. Das geht aus der von der Umweltschutzorganisation Greenpeace in Auftrag gegebenen Studie "Wertschöpfung und Beschäftigung durch Erneuerbare Energien in Brandenburg" vom Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) hervor. Diese setzt zwei Schwerpunkte: Einerseits ermittelt sie die Potenziale Erneuerbarer Energien (EE) für das Land Brandenburg bis 2030, andererseits bewertet sie die Wertschöpfungs- und Beschäftigungseffekte hinsichtlich der ermittelten Potenziale. Zentraler Gegenstand ist die immer noch dominante Rolle der Braunkohle.

Für die brandenburgische Landesregierung ist der fossile, klimaschädliche Energieträger nachwievor ein wichtiger Bestandteil der zukünftigen Energiepolitik. Ein Entwurf der Energiestrategie 2030 sieht die konventionellen Technologien, darunter auch die Nutzung der Braunkohle, als "Brückentechnologie in eine nachhaltige Zukunft." Das Land möchte weiterhin an der Braunkohleverstromung festhalten, effizient und CO2-arm. Dabei war zunächst der Entwurf für die Energiestrategie der Öffentlichkeit nicht einmal zugänglich. Bürgerinitiativen klagen seit der Vorstellung über die Eckpunkte der Energiestrategie am 10. Januar über mangelnde Transparenz.

Greenpeace zeigt nun: Brandenburg ohne Braunkohle ist nicht nur möglich, das Land besitzt weitgehend unerschlossene Potentiale hin zu einer Verstromung durch erneuerbare Energien, die weit mehr als den eigenen Strombedarf decken könnten. Ein Ausstieg des Landes aus der Braunkohle verspreche Wertschöpfung und Arbeitsplätze und schont die Umwelt und das Klima. "Die Greenpeace-Studie belegt erneut, dass das Festhalten an der Braunkohleverstromung unnötig ist", betont auch der Landesverband von Bündnis 90/ DieGrünen.


Kohle aus dem vom Konzern Vattenfall unterhaltenen Tagebau Welzow-Süd. (Foto: Prissantenbär, Wikipedia

Die Studie unterstreicht, dass "Braunkohle aufgrund der geringen Flexibilität für eine von flukturierenden EE-Technologien geprägte Strom- und Wärmeerzeugung nicht die geeignete komlementäre Technologie ist." Die Studie betrachtet zwei mögliche Szenarien der Stromerzeugung für 2030: Einen Rückgang der Braunkohleverstromung um 50 Prozent oder eine Variante mit einem kompletten Ausstieg aus der Braunkohleverstromung.

Hinzukommt, dass dabei zwei unterschiedliche Szenarien des Energieverbrauchs gegenüber 2010 herangezogen werden, die Varianten "Effizienz" (Energieverbrauch sinkt bis 2030 um 15 Prozent) und "Effizienz plus" (Energieverbrauch sinkt bis 2030 um 36 Prozent).

Hierbei erhebt die Studie das größte Potenzial an der erneuerbaren Energieerzeugung für die Windkraft und die Photovoltaik. Zugleich geht die Studie davon aus, dass bei sinkenden Kosten der EE-Stromerzeugung und gleichzeitig steigenden Kosten der Braunkohleverstromung auch die ökonomische Vorteile der fossilen Energieträger zukünftig sinken werden. Darüber hinaus gehe man von Einsparungen des Kohlendioxidausstoßes von rund 25 bzw. 30 Millionen Tonnen bis zum Jahr 2030 aus.


Das Kraftwerk Jänschwalde in Brandenburg. Vattenfall unterhält hier einen der größten Verursacher von Kosten durch Luftverschmutzung - in Europa. Die Landesregierung zeigt in ihrer Energiestrategie nur wenig Engagement das zu ändern. (Foto: J.-H. Janßen, Wikimedia Commons)

Hinsichtlich der Wertschöpfung durch erneuerbare Energien betont die Studie den deutlichen Anstieg innerhalb beider Szenarien - von 1,13 bzw. 1,25 Milliarden Euro im Jahr 2030. Windenergie und Photovoltaik liefern dabei den größten Anteil von zusammen mehr als 80 Prozent.

Im Jahr 2010 kann der Studie zufolge von mindestens 11.540 Vollzeitbeschäftigten, vorrangig in diesen beiden Branchen ausgegangen werden. 2030 sei abhängig vom Szenario von knapp 18.000 bzw. 19.200 Vollzeitbeschäftigten auszugehen. Schon heute übertrifft die Anzahl der in der EE-Branche Beschäftigten die in der Braunkohlewirtschaft arbeitenden Menschen (rund 6000 Vollzeitarbeitnehmer) um mehr als das Doppelte. "Die Erneuerbare-Energien-Branche hat sich in den vergangenen Jahren als Jobmotor erwiesen", erklärte der Landesverband von Bündnis90 / Die Grünen hierzu.

Ein ambitionierter Ausstieg aus der Braunkohleverstromung würde demzufolge den Arbeitsplatzverlust kompensieren können. Greenpeace Energieexpertin Anike Peters spricht hierbei von "Land und Kommunen als Gewinner des Richtungswechsel, wobei nur der Kohle-Ausstieg entsprechende Rahmenbedingungen schafft, damit die Erneuerbaren Energien ihr volles Potenzial entfalten und Arbeitsplätze und volle Kassen in Brandenburg bringen können." 

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