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Sonnenkönig Bayern profitiert vom EEG


Kein anderes Bundesland bekommt durch die Ökostrom-Förderung so viel Geld wie Bayern. Die enorme Solarförderung lässt im Freistaat selbst den Rückstand bei der Windenergie klein aussehen. Deutlicher Verlierer im Länder-Ranking ist Nordrhein-Westfalen.

Von Fabian Welters

Aufbau Süd: Die Umlage zum Ausbau der Erneuerbaren Energien hat dem Freistaat Bayern im vergangenen Jahr unter dem Strich mehr als eine Milliarde Euro eingebracht. Die Energieproduzenten nahmen 3,3 Milliarden Euro ein, die Stromkunden zahlten jedoch nur 2,2 Milliarden Euro zur Förderung von Ökostrom. Damit schneidet Bayern deutlich besser ab als alle anderen Bundesländer. Grund ist vor allem die Förderung von Fotovoltaik-Anlagen: Mit fast 80 Prozent der bayerischen Einnahmen wurde der Sonnenstrom unterstützt.


So ein Solarpark bringt viel Geld aus der Ökostrom-Förderung. (Foto: Conenergy)

Das Erneuerbaren-Energien-Gesetz (EEG) hat eine Umlage eingeführt: Jeder Stromkunde – für industrielle Vielverbraucher gibt es Ausnahmen - zahlt pro Kilowattstunde einen Beitrag zum Ausbau regenerativen Energien. Dafür erhalten die Betreiber von Öko-Kraftwerken eine fest garantierte Vergütung. Sie ist abhängig von dem Energieträger: Fotovoltaik-Anlagen werden etwa stärker gefördert als Wasserkraftwerke. Gleichzeitig sinken die Vergütungssätze aber auch Jahr zu Jahr, weil auch die Erzeugung billiger wird.

Der Ausbau der regenerativen Energien hängt aber auch von den geografischen, wirtschaftlichen und landespolitischen Rahmenbedingungen ab. Deswegen gibt es deutliche regionale Unterschiede, wie aus Zahlen des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) hervorgeht. Die nördlichen Bundesländer sind etwa Spitzenreiter bei der Windenergie. Dort nimmt die Wirtschaft durch die Windkraft-Förderung deutlich mehr Geld ein als die Verbraucher dafür zahlen. Unter dem Strich liegt Niedersachsen in absoluten Zahlen ganz vorne, gefolgt von Brandenburg, Schleswig-Holstein, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern. Der bergische Süden aus Bayern und Baden-Württemberg zahlt bei der Windförderung drauf.


Wer profitiert vom EEG? Bayern liegt ganz vorne, Nordrhein-Westfalen ganz hinten. (Bild: BDEW)

Bei der Fotovoltaik sieht es anders aus: Mehr als ein Drittel der gesamten Vergütung fließt nach Bayern. Viele wohlhabende Hauseigentümer und freie Flächen für große Solarparks haben dort einen Boom bei der Sonnenenergie beflügelt. Jetzt wird das EEG für den Sonnenkönig Bayern zur wahren Goldgrube, im vergangenen Jahr brachte die Fotovoltaik mehr als 2,6 Milliarden Euro ein. Im Nachbarland Baden-Württemberg sieht es nicht so gut aus. Die Solar-Einnahmen sind nicht mal halb so hoch, dabei sind die geografischen Gegebenheiten ähnlich.

Die grün-rote Landesregierung hat nun zwar angekündigt, die Fotovoltaik massiv auszubauen. Der Anteil an der Stromerzeugung soll von derzeit rund drei Prozent auf zwölf Prozent im Jahr 2020 erhöht werden. Trotzdem könnte Baden-Württemberg unter dem Strich weiter für erneuerbare Energie im Rest der Republik zahlen.

NRW deutlich abgeschlagen

Wenn das nicht geschehen soll, müsste erstens der Ausbau schneller vorankommen als in anderen Bundesländern. Ansonsten steigen auch die Kosten der Verbraucher aus dem Südwesten so stark an, dass die höheren Einnahmen nicht durchschlagen. Zweitens sinken aber auch die Vergütungssätze mit der Zeit, weshalb sich die künftige regionale Verteilung der Öko-Kraftwerke nicht so stark auswirkt wie die bestehende Landschaft bei den erneuerbaren Energien. Für Bayern wiederum heißt das: Voraussichtlich wird der Freistaat noch lange ganz vorne bei der Solarvergütung liegen.

Nordrhein-Westfalen schneidet im BDEW-Ranking am schlechtesten ab. Aus keinem Land fließt so viel Geld ab: Unter dem Strich waren es im vergangenen Jahr 2,3 Milliarden Euro. Damit rangiert der Westen deutlich abgeschlagen hinter Baden-Württemberg. Das Land ist auf dem vorletzten Platz, netto zahlt es 362 Millionen Euro.

Also, um das klar zu sagen: In diesem Falle zahlt nicht das Land, sondern jeder Nordrheiner und Westfale.

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