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Erneuerbare: Plus 256 Prozent

Zehnjahresbilanz: Das Bundesamt für Statistik hat einen Bericht zur Umweltökonomie in Deutschland vorgelegt. Auch Erhebungen über Klimaschutz als Wirtschaftsgut legten die Statistiker vor. Deutsche Firmen erwirtschafteten demnach im Jahr 2009 im Klimaschutz einen Umsatz von 20,1 Milliarden Euro.

Von Nick Reimer

"Umweltnutzung und Wirtschaft" - so heißt der Bericht zur Umweltökonomie, den das Statistische Bundesamt vorgelegt hat. Demnach ging der Einsatz von energetischen Rohstoffen und abiotischen Rohstoffen im Jahr 2010 gegenüber 2000 deutlich zurück. Auch die Emissionen von Kohlendioxid, Stickoxiden und Schwefeldioxid sind nach der Datensammlung gesunken. 


Aufbau eines Windrades: Binnen zehn Jahren stieg die Erneuerbare Produktionskapazität um 256 Prozent. (Foto: Umweltplan)

Nach der Erhebung der Statistiker ging der Rohstoffverbrauch zwischen 2000 und 2010 um 11,1 Prozent zurück, der Energieverbrauch um 2,4 Prozent. Berücksichtigt man witterungsbedingte Schwankungen, fällt der Rückgang beim Energieverbrauch sogar noch deutlicher aus, so der Bericht.

Obwohl der Rückgang des Energieverbrauches mit 2,4 Prozent relativ mager ausfällt, konnten die Treibhausgase in der Summe zwischen 2000 und 2010 um 7,9 Prozent reduziert werden. Maßgeblich verantwortlich ist dafür der Ausbau des erneuerbaren Kraftwerksparks. Der Ausstoß von Kohlendioxid ging im Zeitraum 2000 bis 2010 um 6,6 Prozent zurück. Das sind 59 Millionen Tonnen weniger. 2010 war Deutschland damit für 832 Millionen Tonnen Kohlendioxid verantwortlich.

2010 schon 20 Prozent weniger Atomkraft als im Jahr 2000

Entsprechend beeindruckend ist die Zahl auf der Seite der erneuerbaren Technologien. Der Einsatz stieg von 2000 bis 2009 um 256,1 Prozent. Das Erdgas ging im gleichen Zeitraum geringfügig um 1,6 Prozent zurück. Der Einsatz von Atomenergie sank um 20,5 Prozent, was aber auf zeitweise Abschaltungen in den Jahren 2006 und 2007 zurückzuführen ist. Die Energiewende und das Abschalten von acht deutschen AKW ist in dem Bericht noch nicht enthalten. 

Der Bericht enthält auch ein Kapitel zur Flächennutzung. So stieg die für Siedlung und Verkehr beanspruchte Fläche zwischen 1996 und 2009 um satte 5.370 Quadratkilometer auf heute 47.422 Quadratkilometer. Um fast den selben Betrag - 5.784 Quadratkilometer - sank dagegen die landwirtschaftliche Produktionsfläche. Heute werden noch 187.291 Quadratkilometer in der Bundesrepublik von Bauern bewirtschaftet.

Leicht stiegen Wald- und Wasserflächen: Heute gibt es 2.626 Quadratkilometer mehr Wald als 1996 - insgesamt 107.534 Quadratkilometer. Die Wasserflächen vergrößerten sich um 573 Quadratkilometer (insgesamt nun 8.513 Quadratkilometer), was vor allem auf die Rekultivierungen ehemaliger Tagebaue in der Lausitz und rund um Leipzig zurückzuführen ist.

Ebenfalls vorgelegt haben die Statistiker einen Bericht zum Klimaschutz als Wirtschaftsgut. Deutsche Firmen erwirtschafteten demnach im Jahr 2009 einen Umsatz von 20,1 Milliarden Euro. Besonders hohe Umsätze erzielte der Maschinenbau mit 15,3 Milliarden Euro, was vor allem mit der Herstellung von Photovoltaik-Anlagen (8,0 Milliarden Euro) sowie mit der Produktion von Windkraftanlagen (5,0 Milliarden Euro) zu erklären ist.


Die Produzenten von Solarmodulen setzten 2009 etwa 8 Milliarden Euro um. Damals war das bislang beste Jahr der Branche. (Foto: Solarworld)

Mit klimaschutzbezogenen Bauleistungen, wie zum Beispiel die Wärmedämmung von Gebäuden, setzten die Betriebe 5,9 Milliarden Euro um. Der Klimaschutz hat auch im Dienstleistungssektor mit 39 Prozent der hier erwirtschafteten Umweltschutzumsätze eine Vorrangstellung. 2009 wurden 1,3 Milliarden Euro Umsatz zum Beispiel mit Planungen, Projektbetreuungen und Überwachungen von Umweltschutzanlagen allein im Bereich Klimaschutz erwirtschaftet.

Basis dieser Ergebnisse ist eine Erhebung, bei der circa 8.300 Betriebe des produzierenden Gewerbes sowie des Dienstleistungsbereiches in Deutschland Angaben zum Umsatz mit Umweltschutzgütern im Jahr 2009 meldeten.

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