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Allianz will Eon-Gasnetz kaufen

Eon und die Allianz verhandeln nach Angaben der Süddeutschen Zeitung über den Verkauf des Ruhrgas-Netzes. Der Energiekonzern benötigt Kapital und plant den Einstieg beim portugiesischen Stromkonzern EDP.

Von Tony Stuemer und Hanno Böck 

Der Energiekonzern Eon plant offenbar den Verkauf des Ruhrgas-Netzes an den Münchner Versicherungskonzern Allianz. Der Süddeutschen Zeitung liegen nach eigenen Angaben Informationen vor, wonach der Konzernchef Johannes Teysssen Verkäufe und Übernahmen in Milliardenhöhe in Erwägung zieht. Über 50 Prozent des deutschen Erdgases fließen durch das 12.000 Kilometer lange Gasnetz, welches von Open Grid Europe, wiederum ein Tochterunternehmen von Eon Ruhrgas, betrieben wird. Eon benötigt Kapital für einen geplanten Einstieg beim portugiesischen Stromkonzern EDP.


Verdichterstation im Gasnetz von Eon. (Foto: Open Grid Europe)

Die Verbindungen zwischen dem Versicherungsunternehmen und dem Tochterkonzern Eon Ruhrgas sind bereits eng geknüpft. Im Jahr 2010 stellte die Allianz-Tochter Allianz Capital Partners den ehemaligen Ruhrgas-Vorstand Jochen Weise als Berater ein. "Die Allianz sieht in den nächsten Jahren im Energieinfrastrukturbereich attraktive Investitionsmöglichkeiten für langfristig orientierte und kapitalkräftige Finanzinvestoren", hieß es in einer Argumentation des Unternehmens zur Einstellung von Jochen Weise als Berater für zukünftige Investitionen.

Das Handelsblatt hatte kürzlich berichtet, dass Eon den Einstieg beim portugiesischen Stromkonzern EDP vorbereitet. EDP setzt vor allem auf Wind- und Wasserkraft, ein möglicher Imagegewinn für Eon, da der Konzern bislang vor allem auf Kohle- und Atomenergie gesetzt hat. Wie die Süddeutsche unter berufung auf Konzernkreise berichtet, benötige Eon das Geld aus dem Gasnetzverkauf für diese Investitionen.


Die Eon-Ruhrgas-Zentrale in Essen. Das Unternehmen steht offenbar unmittelbar vor der Zerschlagung. (Foto: Wiki05, Wikimedia Commons)

Den Kartellämtern war Eons Gasnetz schon lange ein Dorn im Auge. Das Bundeskartellamt hatte sich im Jahr 2003 gegen eine Übernahme von Ruhrgas durch Eon ausgesprochen, nur ein Eingreifen des Wirtschaftsministers Werner Müller (parteilos) unter rot-grün ermöglichte den Deal. Der grüne Bundestagsabgeordnete Oliver Krischer begrüßte den geplanten Verkauf des Eon-Gasnetzes als Beitrag zu mehr Wettbewerb. "Es ist höchste Zeit, die oligopolistischen Strukturen aufzubrechen und den Gasmarkt im Interesse der Verbraucherinnen und Verbraucher offen und transparent zu gestalten", so Krischer.

Die Pläne Eons reihen sich in die massive Umstrukturierung des Konzerns ein. Bereits im November kündigte der deutsche Energieriese den Abbau von rund 11.000 Stellen an, davon allein etwa 6000 in Deutschland. Zudem muss der Konzern beim Jahresabschluss Abschreibungen in Höhe von rund drei Milliarden Euro vornehmen. Als Gründe dafür nennt Eon eine pessimistischere Einschätzung der Strompreisentwicklung, regulatorische Eingriffe und eine geringere Auslastung von Gas- und Kohlekraftwerken vor allem in Spanien und Italien.

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