Union und FDP dürfen regieren
CDU und CSU sind trotz leichter Verluste mit Abstand stärkste Fraktion im neuen Bundestag und können mit der FDP eine schwarz-gelbe Koalition bilden. Union und FDP haben im nächsten Bundestag eine absolute Mehrheit - selbst ohne Berücksichtigung der Überhangmandate.

Die Unionsparteien kamen demnach auf 33,8 Prozent der Wählerstimmen. Die SPD erzielte mit 23,0 Prozent das schlechteste Ergebnis der bundesrepublikanischen Geschichte. Die kleineren Parteien fuhren Rekordwerte ein: die FDP erhielt 14,6 Prozent, die Linkspartei kam auf 11,9 Prozent, die Bündnisgrünen erreichten 10,7 Prozent. Die Sitzverteilung im Bundestag sieht unter Einbeziehung der Überhangmandate also wie folgt aus: Union 239 Sitze, SPD 146 Sitze, FDP 93 Sitze, Linke 76 Sitze, Grüne 68 Sitze. Union und FDP zusammen erhalten also 332 Sitze im neuen Bundestag - gegenüber 290 Sitzen der Opposition.

Grünen-Spitzenkandidatin Renate Künast betonte in Berlin auf der Wahlparty ihrer Partei, gemeinsam mit der außerparlamentarischen Opposition werde man nun mit aller Kraft gegen die von Schwarz-Gelb angekündigten Laufzeitverlängerungen für die deutschen Atomkraftwerke kämpfen. Ex-Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier sagte im Willy-Brandt-Haus, die SPD wolle auch weiter einen "Rückweg in die Kernenergie" verhindern. Er kündigte an, im nächsten Bundestag "Oppositionsführer" werden zu wollen, also SPD-Fraktionschef zu werden - und nicht etwa mit einem Rückzug auf des desaströse Wahlergebnis der Sozialdemokraten zu reagieren.
Des einen Leid, des anderen Freud: Die Linken holten nicht nur ihre drei bisherigen Wahlkreise in Berlin, sondern gleich 13 weitere zuvor SPD-dominierte Wahlkreise im Osten der Republik. Bei bisherigen Bundestagswahlen galt, dass außerhalb Berlins nur CDU und SPD Wahlkreise direkt gewinnen können. Mit 46,8 Prozent der Erststimmen konnte Hans-Christian Ströbele sein Ergebnis im Vergleich zur Bundestagswahl 2005 noch ausbauen und holte wieder das einzige Direktmandat für die Grünen im Berliner Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg.
(Grafiken: Bundeswahlleiter)
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