Solarpreis für die Klimaretter
Das Online-Magazin wir-klimaretter.de bietet ausgezeichneten Journalismus. Buchstäblich. In Karlsruhe nahm die Redaktion am Samstag den deutschen Solarpreis 2009 entgegen, mit dem die "umfassende und aktuelle Information zum Klimaschutz" - so die Begründung der Jury – gewürdigt wird.
"Wir-Klimaretter.de ist ein junges, innovatives Magazin, dass vor allem durch Aufklärung über Klima- und Ökolügen wichtige Informationsarbeit leistet", urteilte die Jury. Explizit erwähnt wird der klima-luegendetektor.de, auf dem die Redaktion (in Zusammenarbeit mit dem Greenpeace-Magazin) Greenwashing-Strategien aus Wirtschaft, Politik und PR-Business aufdecken.
Seit 1994 verleiht Eurosolar, die europäische Vereinigung für erneuerbare Energien, nun schon den Deutschen Solarpreis. "Die Gewinner und Verlierer der Energiewende stehen längst fest", sagte Hermann Scheer, Präsident von Eurosolar in seiner Laudatio. Durch Falschaussagen und Lügen würden die Verlierer – etwa Deutschlands große Stromkonzerne – versuchen, ihre Niederlage hinauszuzögern – auf Kosten der Allgemeinheit. "Anzeigen-Seiten-weise hat uns BP erklärt, wie wichtig erneuerbare Energien sind. Die Klimaretter sind der Sache nachgegangen: 0,2 Prozent Umsatz macht BP gerade mit erneuerbaren Energien", so Scheer.
"Man kann nicht die Zeitungsleser verantwortlich dafür machen, dass sie den fossilen Lobbyisten auf den Leim gehen", sagte Scheer. Verantwortlich seien vielmehr Professoren oder Journalisten, die sich in den Dienst der Lobbyisten stellen ließen. "Das Wirtschaftsinstitut RWI fuhr in den letzten Monaten genauso wie Der Spiegel eine Kampagne gegen die Erneuerbaren", so Scheer. Die Gegen-Aufklärung der Klimaretter sei deshalb vorbildhaft, erklärte der Träger des alternativen Nobelpreises.

Gruppenfoto mit allen Preisträgern Fotos: Reimer
Vorbildhaft sind auch die anderen Preisträger in den Kategorien Kommerzielle Unternehmen, Lokale Vereine, Transportsysteme oder etwa Städte und Gemeinden (mehr zu den Preisträgern finden Sie HIER). Der Banker Detlef Leinberger, Vater der Finanzierung des 100.000-Dächer-Programms vor zehn Jahren, wurde für sein Lebenswerk geehrt. Das Programm war noch von der Regierung Kohl und der damaligen Umweltministerin Angela Merkel auf den Weg gebracht worden und hatte die erste solare Revolution in Deutschland ermöglicht.
Fabio Longo, Vorstandsmitglied von Eurosolar, warnte deshalb auch die neue Regierung, den solaren Aufschwung Deutschlands abzuwürgen. "200.000 Arbeitsplätze haben die Erneuerbaren bislang geschaffen. Und wenn FDP und Union nun planen, an den Vergütungssätzen zu schrauben, dann ist das Arbeitsplatz-Abbau-Politik", so Longo. Statt weniger Fördermittel müsse es mehr geben. "Wir brauchen Programme wie die 'Solare Stadt', um das Potential auch auszuschöpfen." Praktisch der komplette private Strombedarf in Deutschland ließe sich solar decken. Es sei deshalb wichtig, die heimische Solarwirtschaft weiter zu fördern, statt in Projekte wie Desertec in Afrikas Wüsten zu investieren.
Für einen klitzekleinen Eklat auf der Preisverleihung sorgten Wir-Klimaretter.de auch: Als Vertreter der gastgebenden Kommune führte Karlsruhes Bürgermeister Klaus Stapf (Bündnis 90/Die Grünen) elogenhaft aus, wie diese "Stadt der Zukunftstechnologien" regenerativen Energien zum Durchbruch verhelfe. "Die Stadtwerke haben in Solaranlagen investiert, eine Müllvergärungsanlage gebaut, Windräder aufgestellt", sagte Stapf, der seit 2008 als Stellvertreter des Karlsruher CDU-OB amtiert.
Eine Entgegnung konnten wir uns nicht verkneifen: "Lieber Herr Bürgermeister, mag ja sein, dass Ihre Stadtwerke Peanuts für ein grünes Mäntelchen ausgegeben haben. Aber lassen Sie sich nicht gerade ein dinosaurier-technologisches Kohlekraftwerk in die Stadt bauen? Und trifft es zu, das ihre Stadtwerke diese Pläne mit 75 Millionen Euro mitfinanzieren?" Es folgte donnernder Applaus der etwa 200 Zuhörer im großen Saal des Karlsruher Rathauses.

Achso, dass das Online-Magazin, das Sie gerade lesen, ausgezeichneten Journalismus bietet, ist nicht neu: 2008 wurde der Redaktion der Medienpreis der Deutschen Umwelthilfe (DUH) zuerkannt.
Guter Journalismus kostet
Sie können die Texte auf klimaretter.info kostenlos lesen. Erstellt werden sie jedoch von bezahlten Redakteuren. Unterstützen Sie den Klimaretter-Förderverein
Klimawissen e. V. einmalig durch eine Spende oder dauerhaft mit einer Fördermitgliedschaft.
Spendenkonto
Die Schlagzeilen um 21 Uhr
In dieser Woche am meisten gelesen
Meinungen: Rezension
Die Übermacht der fossilen Industrie In Bonn wird auf der UN-Frühjahrstagung gerade wieder über das Klima verhandelt. Ein umweltverträglicher Kapitalismus ist jedoch nicht abzusehen. Aber auch die Kritiker tun sich schwer - ihnen fehlen die Alternativen. Eine Rezension von Felix Werdermann [mehr...]
Meinungen: Standpunkte
"Altmaier muss die Energiewende retten" Nun ist es amtlich: Der Bundespräsident hat Norbert Röttgen (CDU) entlassen und Peter Altmaier (CDU) seine Ernennungsurkunde zum Umweltminister überreicht. Dass Kanzlerin Angela Merkel (CDU) nun einen ihrer engsten Vertrauten für das Projekt Energiewende ins Rennen schickt, ist wichtig für die Kontiunität der Energiewende und für das Kräftespiel zwischen Wirtschafts- und Umweltministerium, findet klimaretter.info-Herausgeber Gero Lücking. [mehr...]
Jahrestag
Das Fukushima-Dossier
11. März 2011: Die Welt wird mit Stärke 9 erschüttert, fast 20.000 Menschen sterben. Die Atomanlagen havarieren, ein politischer Tsunami folgt. Kanzlerin Merkel ändert binnen 7 Monaten ihre Politik komplett, die Welt diskutiert die Atomkraft. Zum Jahrestag präsentiert klimaretter.info jenes Dossier, das damals im Nachrichtendschungel Orientierung gab. [mehr]
Aktion des Monats Das Netzwerk Friends of the Earth hat eine Europäische Bürgerinitiative für den EU-weiten Atomausstieg gestartet. BUND-Hubert Weiger, einer der Initiatoren sagt, mit der Volksinitiative habe man "jetzt endlich eine greifbare Möglichkeit, den Weg in eine sichere und saubere Energiezukunft zu ebnen". Nutzen wir sie! [mehr] | Zu Ihrem Vorteil Sie lesen uns gerne und regelmäßig? Sie finden unser Angebot interessant, hilfreich und erhellend? Dann müssen Sie uns helfen! Unabhängiger Journalismus kostet Geld, und wenn RWE, Vattenfall, die CDU oder die Netzbetreiber nicht dafür zahlen, dann doch wohl Sie! Abonnieren Sie uns, für 3, 5 Euro oder 50 im Monat, für 100 Euro im Jahr - oder "Flattrn" Sie uns [mehr...] |
Klimaretter-Jobbörse
Die Pioniere der Energiewende
Ein Elektroingenieur für den Bereich Netzanschluss gesucht? Einen Sicherheitsexperten für die Windkraft? Eine Klimaberaterin für die Verbraucherzentrale in Mainz? Auf der klimaretter.info Jobbörse werden viele spannende Jobs zur Energiewende angeboten. [mehr]
Lexikon Was eigentlich ist TREC und was die COP? Wie berechnet sich der Heizwert und wie die Wärmestrahlung? Wie funktioniert Contracting, wie ein Smart Grid? Antworten auf diese und viele andere Fragen finden Sie in unserem Lexikon zum Stöbern - und Nachfragen [mehr] | Klimaretter-Beichtstuhl Na, doch wieder einmal schwach geworden? Doch wieder eine unnötige Strecke mit dem Auto gefahren? Doch wieder ins Flugzeug gestiegen? Fehler zu (be)kennen, ist der erste Schritt zur Besserung: Erzählen Sie einfach sich, was Sie bereuen. Und warum. Sie werden sehen: Das erleichtert! Nutzen Sie einfach unseren "klimaretter.info-Beichtstuhl". [mehr...] |
Deutsche Stahlwirtschaft: Pure Panikmache
DB mobil, die Kundenzeitschrift der Bahn, ist eine honorige Publikation. Erstens beträgt ihre Auflage mehr als 500.000 Stück, nur wenige Magazine bewegen sich in diesen Größenordnungen. Zweitens ist die Zeitschrift gut gemacht. Im Maiheft geht es beispielsweise um Elektromobilität, die[…] [mehr...]Mehr vom Lügendetektor
Klimaretter-Dossiers
Die Gesetze der Energiewende - Eine Analyse
Atomkraft weltweit - Die Welt nach Fukushima
Der GAU von Tschernobyl - 25 Jahre später
Atomunfall in Japan - Das Unglück von Fukushima
E10 und das Politikversagen - Wie es jetzt weiter geht
Das Zwei-Grad-Ziel - Ist die Erderwärmung zu stoppen?
Anpassungsstrategie - Das Meer steigt
Fussball-WM 2010 - Afrika im Klimawandel
Ausgekohlt - Wie Kohlekraftwerke kippten
Nordrhein-Westfalen 2010 - Die Klima-Wahl
Bundestagswahl 2009 - Klima nur Nebensache
Merkels Klimabilanz - Bilanz der Meseberg-Beschlüsse
McPlanet-Kongress - Beginn einer neuen Bewegung
Beichtstuhl - Wen das Gewissen plagt
Kopenhagen ABC - Deshalb gibt es COPs und MOPs
Klimakonferenz-Specials
Durban Dezember 2011 - COP17 in Südafrika
Berlin Juli 2011 - Petersberger Dialog ohne Ergebnis
Bonn Juni 2011 - Kein Frühling auf der Frühjahrstagung
Bangkok April 2011 - Verwaltung statt Klimarettung
Cancún Dezember 2010 - Hoffnungszeichen in Mexiko
Tianjin Oktober 2010 - Letzte Konferenz vor Cancún
Bonn August 2010 - Die Sommerkonferenz
Bonn Juni 2010 - Noch mehr Stillbeschäftigung
Bonn April 2010 - Stillbeschäftigung in Bonn
Alternativgipfel April 2010 - Cochabamba
Dezember 2009 - Kopenhagen Countdown
Kopenhagen Dezember 2009 - COP15
Barcelona November 2009 - Noch viele Fragezeichen
Bangkok Oktober 2009 - Feinschliff am Text
Bonn Juni 2009 - Hoffnung auf ein Abkommen
Poznan Dezember 2008 - Der 14. Klimagipfel COP14
Bali Dezember 2007 - Der 13. Klimagipfel COP13





klimaretter.info intern: Unser Redakteur Felix Werdermann gewinnt den LBS Wegweiserpreis für Nachwuchsjournalisten
Streit um den Mix der Erneuerbaren: Die unabhängigen Umweltgutachter der Bundesregierung fordern mehr Offshore-Windenergie und den weitgehenden Verzicht auf Solarstrom aus Deutschland.- Der chland. Der Eurosolar-Vorsitzende Axel Berg über Rechen- und Denkfehler des Sachverständigenrats für Umweltfragen.
Vollversammlung der Internationalen Agentur für Erneuerbare Energien in Abu Dhabi beschließt neuen Generalpräsidenten und Budget
Weitere Preisträger: die Agentur für Erneuerbare Energien und ein großer Babynahrungshersteller
Nur der Übergang zu regenerativen Energien könne und werde zwangsläufig die Macht der großen Konzerne brechen, sagt Eurosolar-Präsident Hermann Scheer. "Die Energiequelle bestimmt das Energiesystem."
Wenn der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) die Energiedebatte "endlich wieder konstruktiv" führen will, darf man durchaus neugierig sein. "Energie ist nicht schwarz-weiß", so das Motto, das die Berliner Gesprächsrunde am Mittwochabend jedoch selbst widerlegte.
Bildung und Aufklärung zur Förderung von Umwelt- und Klimaschutz: Stiftung soll das Lebenswerk des Solar-Vorreiters fortsetzen
Die Chefin der Internationalen Agentur für Erneuerbare Energien (IRENA) tritt überraschend zurück. Eineinhalb Jahre nach ihrer Gründung steckt IRENA in einer finanziellen Krise: Große Mitgliedsländer wie die USA, Japan und Spanien zahlen ihre Beiträge nicht - und IRENA kann deshalb kein Personal einstellen.
Bundesumweltminister Norbert Röttgen will nicht schneller in die erneuerbare Energiezukunft umsteigen: Der Entwurf zum neuen EEG hält an jenen Ausbauziel fest, die schon vor Fukushima ausgegeben waren: Im Jahr 2020 sollen 35 Prozent des Stromes aus regenerativen Quellen produziert werden, 2050 sollen es 80 Prozent sein. Bei Windkraft auf See soll die Vergütung erhöht, bei Windkraft an Land dagegen verringert werden.
Erneuerbare Branche kritisiert Gespräche der Kanzlerin mit den vier fossilen Stromkonzernen
Die Sendung "Green Nature" thematisiert auf CNN Türk wöchentlich Umweltprobleme



