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Weltweit 157,9 Gigawatt Windenergie

Das vergangene Jahr war ein Boomjahr für die Windenergie: Rund um den Globus ist die installierte Leistung mit einem Zuwachs von 37,5 Gigawatt um 31 Prozent gestiegen. Der stärkste Markt war auch 2009 China: Die Volksrepublik konnte ihre Kapazitäten erneut verdoppeln

VON LARS DITTMER und SARAH MESSINA

Ein Boomjahr für die Windbranche: Weltweit sind mittlerweile Windanlagen mit einer Leistung von 157,9 Gigawatt installiert. Wie die European Wind Energy Association (EWEA) und der Global Wind Energy Council (GWEC) am Mittwoch bekanntgaben, betrug der Zuwachs von 37,5 Gigawatt im Vergleich zum Vorjahr 31 Prozent. Rund um den Globus wurden 45 Milliarden Euro in die Windenergie investiert. Mittlerweile beschäftigt die Branche etwa eine halbe Million Menschen.

Windanlagen_EWEA

Der stärkste Markt bleibt China: Die Volksrepublik konnte ihre installierte Leistung zum fünften Mal in Folge  innerhalb eines Jahres verdoppeln. Heute sind insgesamt 25,1 Gigawatt Leistung installiert (also 25.100 Megawatt). Und wenn es nach der chinesischen Regierung geht, will das Land noch weit höher hinaus: Auch die Regierung habe das enorme Potenzial der Windkraft erkannt, sagt sagt Li Junfeng vom chinesischen Branchenverband Renewable Energy Industries Associations. Seit Sommer letzten Jahres wird Windstrom in China etwa mit einer festen Einspeisevergütung abgenommen. Bis 2020 sollen im Land Anlagen von mindestens 100 Gigawatt installiert sein. 

Geht es in China in diesem Tempo weiter, wird auch der mit einer installierten Gesamtleistung von 35 Gigawatt derzeitige "Weltmeister" der Windenergie USA bald von der Volksrepublik überholt. Für die Vereinigten Staaten war im Zuge der Finanzkrise zunächst eigentlich kein gutes Windjahr prognostiziert worden: Branchenexperten rechneten mit einer Leistung von etwa 6.000 Megawatt. Die Schwelle wurde jedoch deutlich übertroffen: Die USA konnten im vergangenen Jahr um 39 Prozent zulegen, Anlagen mit einer Leistung von 10.000 Megawatt wurden installiert. Dazu habe jedoch vor allem der US-Recovery Act beigetragen, so der GWEC. Im Rahmen seines milliardenschweren Konjunkturpakets hatte US-Präsident Barack Obama auch auf die Windenergie gesetzt. Um die Branche weiterhin auf Wachstumskurs zu halten, brauche es jedoch eine langfristigere Zielsetzung und stärkere Marktanreize.

Auch in Europa hat die Windkraft 2009 zugelegt, aber bei weitem nicht mit einer so starken Wachstumsrate wie in China oder den USA: Insgesamt 10,5 Gigawatt neue Leistung wurden installiert, das entspricht einem Zuwachs von knapp 15 Prozent. Führend beim Zubau ist Spanien mit neu errichteten Kapazitäten von 2.459 Megawatt, gefolgt von Deutschland mit 1.917 Megawatt, Italien mit 1.114 Megawatt, Frankreich 1.088 Megawatt und Großbritannien mit 1.077 Megawatt.

windbranche-09-gwec

Insgesamt sind in Europa nach dem Jahr 2009 Windanlagen mit einer Leistung von 74.767 Megawatt, davon 27.777 Megawatt in Deutschland und 19.149 Megawatt in Spanien. "Ein bemerkenswertes Ergebnis für dieses schwierige Jahr", findet EWEA-Geschäftsführer Christian Kjaer. Trotz Wirtschaftskrise wurden rund 13 Milliarden Euro in Windanlagen investiert, darunter 1,5 Milliarden in Offshore-Projekte, die 2009 einen ersten Sprung verzeichnen konnten, der in den kommenden Jahren weiter ausgebaut werden soll. Erst kürzlich hatte etwa Großbritannien Aufträge für den weltgrößten Offshore-Windpark vergeben. Mehrere Nordseeanrainer hatten zudem vor einigen Wochen erklärt, Offshore-Windräder und andere erneuerbare Energien künftig durch ein modernes Netz an die Stromversorgung anschließen zu wollen. In Deutschland ging 2009 der erste Offshore-Windpark "Alpha Ventus" ans Netz.

Der deutsche Bundesverband Windenergie hatte erst in der letzten Woche ihre Bilanz für das Jahr 2009 gezogen und nach zwei Jahren Flaute erstmals wieder Aufwind beim Kapazitätszuwachs vermeldet: Im Ranking der größten Windkapazitäten hatte Deutschland jedoch schon 2008 seinen "Titel" an die USA abgeben müssen. Nun ist auch das wachstumstarke China gerade einmal eine Haaresbreite davon entfernt, Deutschland zu überholen. 

 

Den Bericht der EWEA finden Sie HIER
Und eine genauere Auflistung der weltweit installierten Kapazitäten HIER
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