Umweltfreundliches Drucken

Nachhaltigkeit im Büroalltag ist keine Zauberei, wenn man ein paar Tipps beachtet. Drucken mit Köpfchen schont die Umwelt und die Bürokasse. Nachdenken sollte man vor jedem Ausdruck, aber auch bei den grundlegenden "Weichenstellungen".

Von Thomas Longo

BildHier eine Notiz, da ein Layout-Entwurf: Der "Drucken"-Button ist im stressigen Büro schnell geklickt. Auch wenn ein Ausdruck zweifellos praktisch ist, fällt das sorglose Dauerdrucken durchaus negativ ins Gewicht, was den Umweltschutz angeht. Das betrifft einerseits den Papierverbrauch und andererseits auch die Energiebilanz des Arbeitsplatzes. Doch ein effizienter Büroalltag und umweltfreundliches Drucken müssen sich nicht gegenseitig ausschließen: Dieser Artikel liefert einige nützliche Tipps, wie Nachhaltigkeit auch beim Drucken im Büro gelebt werden kann.

Sinnvoll drucken

Die erste Überlegung vor jedem Druckauftrag sollte die Frage sein, ob dieser Ausdruck wirklich nötig ist. E-Mails bleiben beispielsweise dauerhaft im Mailsystem erhalten und können mit einem Klick weitergeleitet werden. Sie müssen also in den seltensten Fällen tatsächlich auf Papier vorliegen. Das gilt auch für Entwürfe: Solange das entsprechende Dokument noch nicht in seiner Endversion vorliegt, ergibt es wenig Sinn, es auszudrucken. Nicht umsonst gilt: "Think before you print."

Laser oder Tinte?

Allein schon bei der Wahl des Druckers kann man der Umwelt viel Gutes tun. Zum Beispiel lohnt es sich bei hohen Druckaufkommen mittlerweile nicht mehr, einen Laserdrucker zu wählen. Die Tintenstrahl-Technologie ist um einiges umweltfreundlicher und dabei außerdem günstiger.

Das beginnt schon beim Energieaufwand, denn im Vergleich zum Laserdrucker muss der Tintenstrahler nicht aufheizen und verbraucht bei laufendem Betrieb weniger Strom. So lässt sich der Strombedarf mit einem modernen Tintenstrahldrucker um bis zu 84 Prozent reduzieren.

Nicht zu verachten ist auch die Reichweite im Druck. Mehrere tausend Seiten schafft ein modernes Tintenstrahlgerät mit einem Patronensatz – eine Kapazität, die kaum ein Laserdrucker zum gleichen Preis erreicht. Tintenpatronen lassen sich zudem kostengünstig neu befüllen.

In puncto Geschwindigkeit liegen Tintenstrahldrucker übrigens ebenfalls vorne: Bis zu doppelt so schnell sind sie im Vergleich zu Laserdruckern. Das ist vor allem im Büro ein wesentlicher Vorteil.

Energie sparen beim Drucken

Unabhängig von der Drucktechnologie gilt: Mit Ökostrom und Energiesparmodus ist bereits viel getan. Besonders in Büros, wo der Drucker den ganzen Tag in Betrieb ist, schlägt sich die umweltfreundliche Energiequelle schnell positiv nieder. Wenn einmal Druckpause herrscht und der Energiesparmodus aktiviert ist, hat das außerdem den Vorteil, dass nicht ständig automatische Druckkopfreinigungen stattfinden, die unnötig Tinte verbrauchen.

Da aber auch das geschäftigste Büro an manchen Tagen leer bleibt, sollte außerdem der Drucker an Wochenenden, Feiertagen oder während eines Betriebsurlaubs ausgeschaltet werden. Das ist mit einem Knopfdruck geschehen und spart deutlich Energie: Einfacher geht Umweltschutz kaum.

Nachhaltiges Material für umweltfreundlichen Druck

Besonders achten sollte man auf die Materialien, mit denen gedruckt wird. Tintenpatronen sollten idealerweise mineralöl- und kobaltfreie Farben enthalten und pflanzenbasiert sein. Ein Qualitätsunterschied beim Druck besteht nicht, dafür ist die Bio-Tinte um einiges umweltfreundlicher.

Nachhaltiges Drucken verlangt natürlich auch nach ökologisch unbedenklicher Druckoberfläche: Recycling-Papier ist deutlich schonender für die Umwelt. Die Papierstärke macht auf Dauer ebenfalls einen Unterschied, weshalb es sich zum Beispiel lohnt, eine Stärke von 100 Gramm statt 120 Gramm zu verwenden.

Recycling heißt dabei nicht gleich unspektakulär, denn mit ausgefallenen Prägungen lassen sich tolle Effekte erzielen – ganz ohne umweltschädliche Folien, Sticker oder Lacke auf dem Papier. Und Qualitätssiegel wie der Blaue Engel oder das FSC-Siegel (Forest Stewardship Council) garantieren eine nachhaltige, umweltschonende Herstellung des Recycling-Papiers.

Druckeinstellungen: Was ist zu beachten?

Bevor man tatsächlich den Druckbefehl gibt, sollte man der Umwelt zuliebe ein paar Einstellungen im Druckmenü ändern. Die meisten Dokumente müssen beispielsweise nicht zwingend in Farbe gedruckt werden, sondern erfüllen ihren Zweck genauso gut in der schwarz-weißen Version.

Wer neben der farbigen auch die schwarze Tintenpatrone beziehungsweise den Toner schonen will, wählt den Entwurfsmodus für den Druck. Es entsteht dadurch kein wesentlicher Qualitätsverlust. Der Ausdruck erscheint lediglich etwas blasser, da weniger Tinte verwendet wird.

Um Papier zu sparen und so wesentlich nachhaltiger zu arbeiten, empfiehlt sich außerdem doppelseitiger Druck. Nahezu alle Office-Geräte sind mit einer Duplexeinheit ausgestattet, sodass der beidseitige Druck kein Problem darstellt. Beim Kopieren gibt es einen ähnlichen Trick: Indem man im Menü das Format verkleinert, haben auf der Kopie mehrere Seiten Platz. Auch wenn es sich jeweils nur um einzelne Seiten handelt – die Umwelt freut sich über jedes eingesparte Blatt Papier.

Do’s and Don’ts im Office-Druck

Nachhaltiges Drucken im Büro ist keine Zauberei, wenn man ein paar grundlegende Dinge beachtet. Eindeutig umweltfreundlich sind:

  • doppelseitiger Druck
  • schwarz-weiß statt Farbdruck
  • pflanzenbasierte Tinte statt energieaufwendigem Laserdruck
  • Recyclingpapier (Stärke 90 bis 100 Gramm) mit "Blauem Engel"- oder FSC-Siegel
  • Ökostrom
  • Energiesparmodus
  • ein ausgeschalteter Drucker außerhalb der Bürozeiten

Alles andere als nachhaltig ist es hingegen,

  • beliebig alles auszudrucken
  • überschüssige Druckseiten einfach wegzuwerfen
  • den Drucker nie auszuschalten
  • Papier nicht richtig zu entsorgen
  • leere Toner und Patronen einfach wegzuwerfen, statt sie beim Fachmann zu recyceln

Ganz wegzudenken ist ein Drucker natürlich aus keinem Büro. Glücklicherweise setzen die großen Hersteller bereits auf Nachhaltigkeit, sodass hochleistungsfähige Office-Drucker und umweltfreundliche Nutzung sich keinesfalls mehr ausschließen. Trotzdem gilt: Drucken mit Köpfchen schont nicht nur die Bürokasse, sondern vor allem die Umwelt.

BildNachdenken vor dem Drucken ist das eine – mindestens genauso wichtig sind die Auswahl des Druckers und des Papiers sowie die Drucker-Voreinstellungen. (Aufmacherfoto und Foto: Tero Vesalainen/​Pixabay)

Der Autor Thomas Longo ist Geschäftsführer des Familienunternehmens Rotolongo mit Sitz in Bozen. Das Südtiroler Unternehmen ist eine der führenden Rollenoffsetdruckereien Europas. Kreative und qualitativ hochwertige Ergebnisse sind der eigene Anspruch des Familienbetriebs.

Dieser Beitrag wurde nicht von der Redaktion erstellt. Er ist in Kooperation mit der Rotolongo GmbH & Co. KG in der Rubrik Advertorials erschienen.

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