Chevron muss zahlen

Der US-Ölkonzern Chevron musste eine schwere juristische Schlappe einstecken: Ein US-Berufungsgericht entschied, dass das Unternehmen 18 Milliarden Dollar zu zahlen habe. Der Konzern soll die Verantwortung für die Schäden der Ölförderung in Ecuador durch die Firma Texaco, die später mit Chevron fusionierte, tragen.


Protestaktion gegen Chevron in den USA. (Foto: Eric Slomanson, Rainforest Action Network)

Ein Gericht in Ecuador hatte den Konzern im Februar nach jahrelangen juristischen Auseinandersetzungen zu den Strafzahlungen verurteilt. Chevron ging eigentlich davon aus, dass die Strafzahlungen in den USA nicht durchsetzbar seien. Im Mai war US-Bundesrichter Lewis Kaplan noch der Argumentation von Chevron gefolgt und hatte erklärt, Chevron habe keine Durchsetzung des Urteils zu befürchten. Doch diese Anordnung hob das Berufungsgericht in New York nun auf.

Von 1972 bis 1992 hatte der Ölkonzern Texaco im Amazonas-Regenwald in Ecuador Öl gefördert. 70 Milliarden Liter Abwässer aus der Ölförderung und zahlreiche Lecks an Pipelines führten nach Angaben der Ankläger zu zahlreichen Erkrankungen bei der Bevölkerung. Während Texaco damals bei vergleichbaren Ölbohrungen in den USA die Abwässer zurück in die Bohrlöcher injizierte, verzichtete man in Ecuador auf diese Maßnahme. Umweltschützer und Vertreter der einheimischen Bevölkerung versuchen seit Jahren, Chevron - der Konzern, mit dem Texaco 2001 fusionierte - für die Schäden rechtlich verantwortlich zu machen.

klimaretter.info/hb

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