EU will Artenverlust eindämmen
Die EU will den Verlust der Artenvielfalt innerhalb von zehn Jahren deutlich eindämmen: Mittlerweile sind bereits 25 Prozent der Tierarten in der Europäischen Union vom Aussterben bedroht, fast 90 Prozent der Fischbestände überfischt. Als Ursachen nennt die EU-Kommission unter anderem die Zerstörung von Lebensräumen, Umweltverschmutzung und den Klimawandel. Weltweit sei der Zustand der Biodiversität ähnlich besorgniserregend, das Artensterben verlaufe durch den Einfluss des Menschen bis zu 1000-mal schneller als unter natürlichen Bedingungen.

Das "natürliche Kapital" der Welt ist durch den Zugriff des Menschen bedroht. (Foto: Michael Schulze von Glaßer)
"Wir selbst sind Teil der Biodiversität, aber wir brauchen sie auch für unsere Ernährung, für frisches Wasser, saubere Luft und ein stabiles Klima", sagte EU-Umweltkommissar Janez Potočnik: "Sie ist unser natürliches Kapital, das wir aber zu schnell verbrauchen." Viele Ökosysteme seien bereits so stark geschädigt, dass sie das breite Spektrum von Umweltdienstleistungen nicht mehr erbringen können, auf das der Mensch angewiesen ist – von sauberer Luft und sauberem Wasser bis zur Bestäubung landwirtschaftlicher Kulturpflanzen oder dem Hochwasserschutz. Allein der Wert der Insektenbestäubung wird für die EU auf jährlich rund 15 Milliarden Euro beziffert.
Die Strategie der EU setzt auf Basis der Übereinkunft der Staatengemeinschaft bei der Biodiversitätskonferenz im japanischen Nagoya 2010 weniger auf neue Maßnahmen als auf die "vollständige Umsetzung" bestehender Naturschutzvorschriften, den verstärkten Einsatz "grüner Infrastrukturen" zur Verbesserung und Wiederherstellung von Ökosystemen oder "nachhaltige Land- und Forstwissenschaft". Insgesamt soll der Beitrag der EU zur Abwendung des globalen Biodiversitätsverlusts verstärkt werden und "integraler Bestandteil der Strategie Europa 2020" werdenl, um zu einer effizienteren Ressourcennutzung beizutragen und einen Beitrag zu Klimaschutz und Anpassung leisten zu können.
klimaretter.info/sam
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