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Schwere Überschwemmungen in Kolumbien

Kolumbien erlebt seit Monaten die schlimmsten Regenfälle seiner Geschichte. Im vergangenen Jahr sind bereits 300 Menschen gestorben, in diesem Jahr kamen noch einmal mehr als 90 Todesfälle hinzu.


In Kolumbien sorgen seit Monaten andauernde heftige Regenfälle für Überschwemmungen. (Foto: wsp.presidencia.gov.co)

Am schwersten betroffen ist das Department Bolívar im Norden des südamerikanischen Staates. Dort sind bereits rund 25.000 Menschen obdachlos, weil der Fluss Magdalena über seine Ufer getreten ist und die angrenzende Region überschwemmt hat. Die Stadt Cantagallo steht fast vollständig unter Wasser. Im gesamten Staatsgebiet wurden Caritas-Angaben zufolge bereits im Dezember rund zwei Millionen Menschen durch die Fluten vertrieben.

Der konservative Präsident des Bürgerkriegs-Landes Juan Manuel Santos erklärte, die Regierung werde 450 Milliarden kolumbianische Peso (rund 1,75 Milliarden Euro) für Hilfsmaßnahmen und Flutschäden zur Verfügung stellen. Santos sagte am Dienstag in einer Ansprache an die Nation, Kolumbien müsse sich auf solch schwere Regenfälle einstellen. "Dieser Winter hat uns Regenfälle beschert wie nie zuvor. Leider werden das künftig zum Alltag gehören: Der Klimawandel wird für Winter wie diese auch in Zukunft sorgen."

Der seit Monaten andauernde Regen wird von den Behörden in Zusammenhang mit dem Klimaphänomen La Niña gesehen. Dabei ist die Wasseroberfläche des östlichen Pazifiks kühler als normal. Das hat wesentliche Auswirkungen: Intensivierte Regenzeiten gehören laut Klimaforscher Hartmut Graßl am häufigsten dazu. "Alle extremen Wetterereignisse enthalten schon heute einen anthropogenen Anteil", sagt Graßl. In allen Ländern müsse man sich an neue Wetterextreme gewöhnen.

klimaretter.info/jot

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