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Greenwashing mit Yasuní

Die Yasuní-Initiative plant eine Zusammenarbeit mit Coca-Cola und anderen großen Konzernen, darunter Unilever, Chevron und Nestlé. Das sagte die Botschafterin der Initiative, Ivonne Baki, gegenüber der ecuadorianischen Tageszeitung El Telégrafo. Als erster Schritt sei mit Coca-Cola vereinbart worden, dass zukünftig 20 Centavos von jeder in Ecuador verkauften Flasche der Tafelwassermarke Dasani an die Yasuní-Initiative fließt. Die Zusammenarbeit soll später auch in den übrigen Ländern erfolgen, in denen das Wasser vertrieben wird.


Yasuní-Nationalpark. (Foto: Joshua Bousel/Flickr CC-Lizenz)

Europa ist davon allerdings nicht betroffen. Dasani steht hier für eines der größten PR-Desaster des Coca-Cola-Konzerns. Das Produkt wurde 2004 in Großbritannien wieder vom Markt genommen, nachdem geringe Mengen von Chemikalien, nämlich Bromat, von den staatlichen Gesundheitsbehörden in dem Produkt gefunden wurden. Bereits zuvor musste der Getränkekonzern einräumen, dass für das Produkt nicht, wie bei Mineralwasser üblich, Brunnenwasser verwendet wurde, sondern simples Leitungswasser. Coca-Cola hatte dann lediglich Mineralien hinzugefügt - darunter Kalzium.  Bei diesem Prozess war auch das Bromat entstanden. In Frankreich und Deutschland verzichtete Coca-Cola daraufhin auf die Markteinführung des Wassers.

Mit dem Yasuní-Projekt will die ecuadorianische Regierung auf die Förderung von rund 850 Millionen Barrel Erdöl verzichten, wenn die internationale Gemeinschaft 20 Jahre lang die Hälfte der erwarteten Deviseneinkünfte in einen Kompensationsfond einzahlt. Allerdings fehlt bisher eine breite internationale Zustimmung zu dem Projekt. Laut Baki haben bislang zwölf Länder ihre Unterstützung zugesagt. Bundesentwicklungshilfeminister Dirk Niebel (FDP) hatte im Herbst 2010 seine Unterstützung zurückgezogen, dann aber unter öffentlichem Druck eine Neubewertung der Lage angekündigt. Seitdem lässt eine Entscheidung des Niebel-Ministeriums auf sich warten.

klimaretter.info/mare

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