Kahlschlag des Walds von Sumatra
Der Kahlschlag der Wälder auf der indonesischen Insel Sumatra trägt maßgeblich zum Klimawandel bei. Von 1985 bis 2008 hat einer neuen Studie der Umweltorganisation World Wide Fund for Nature (WWF) zufolge die massive Entwaldung auf der Insel insgesamt 7,5 Milliarden Tonnen Kohlendioxidemissionen verursacht – das ist fast so viel wie die jährlichen Kohlendioxidemissionen der weltgrößten CO2-Schleuder China, die 2009 für 7,7 Milliarden Tonnen verantwortlich war.

Abholzung auf der indonesischen Insel Sumatra. (Foto: Fletcher & Baylis / WWF-Indonesia
Noch größer ist jedoch der Klimaschaden durch Abholzung, Trockenlegung und Brandrodung von Torfmoorwäldern: Dadurch kamen in den Jahren 1990 bis 2002 pro Jahr noch einmal geschätzte 1,1 Milliarden Tonnen Kohlendioxid hinzu. In zwölf Jahren macht das 13,2 Milliarden Tonnen aus.
Sumatra hat dem WWF zufolge seit 1985 mehr als 13 Millionen Hektar an Wald verloren – das ist rund die Hälfte seiner Tropenwälder. "Sumatra war einmal ein grünes, tropisches Paradies. Das ist vorbei", sagte WWF-Waldexperte Markus Radday. Statt dichten Waldes mit bunter Artenvielfalt beherrschen Ölpalmen und Akazien die Insel. Abgeholzt wird hauptsächlich für Papier und Zellstoff und die Umwandlung in Palmöl-Plantagen. Europa zählt zu den Hauptabnehmern der Produkte.
Besonderen Anteil an der Waldzerstörung haben zwei Papier- und Zellstoffgiganten: die Firmen Asia Pulp & Paper (APP) und Asia Pacific Resources International Holdings (APRIL). Ende Januar erhielt das Unternehmen von der Umweltorganisation Greenpeace die "goldene Kettensäge" wegen illegaler Rodungen, riesiger CO2-Emissionen durch Torfwaldtrockenlegung, Landkonflikten und der Ausrottung ganzer Arten.
Wälder sind gigantische Kohlenstoffspeicher. Tropenwälder können im Vergleich zu anderen Wäldern doppelt so viel des Klimagases speichern und wirken kühlend auf das Weltklima. Zum internationalen Jahr der Wälder wies der WWF bereits Anfang Februar darauf hin, dass in jeder Minute weltweit Waldflächen verschwinden, die 35 Fußballfeldern entsprechen.
klimaretter.info/jot
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