RWE kippte Beton ins Wattenmeer
Für die Ölplattform "Mittelplate A" in der Nordsee beantragt RWE nachträglich die Genehmigung einer Befestigungsmaßnahme. 80.000 Quadratmeter Wattenmeer wurden mit Beton bebaut. Damit will RWE eine Gefährdung der Plattform durch das naheliegende Priel Trischenflinge - ein natürlicher, oftmals mäandrierender Wasserlauf im Watt - verhindern. Die Schutzstation Wattenmeer und der WWF protestieren gegen diese Maßnahme und fordern stattdessen ein Ende der Ölförderung im Nationalpark Wattenmeer.
Umstrittene Ölbohrungen im Wattenmeer. (Foto: Schutzstation Wattenmeer)
Die Umweltverbände kritisieren, RWE Dea habe schon vor vier Jahren mit dem Bau begonnen und versuche diesen nun nachträglich durch die Beantragung legetimieren zu lassen. "Ein Priel, der seinen Lauf verändert, ist ein normaler Vorgang in der dynamischen Natur des Wattenmeeres", sagte Silvia Gaus von der Schutzstation Wattenmeer, "dass ein so alltägliches Ereignis die angeblich sichere Plattform bedroht, macht die Gefährlichkeit der Ölförderung im Nationalpark deutlich." Im Zuge der Baumaßnahmen würden Spundwände und Vliesmatten teils metertief in das Watt eingebracht. Die ursprüngliche Genehmigung der Öl-Insel decke derart weitreichende Eingriffe nicht ab.
"Die Öl-Insel hat im Nationalpark nichts zu suchen", sagte Hans-Ulrich Rösner vom WWF, "sie ist eine ständige Gefahr und ihr Betrieb erfordert laufend weitere Eingriffe. RWE Dea verbaut das Watt einfach und fragt erst später nach der erforderlichen Genehmigung. Kein Häuschenbauer kann sich so etwas ungestraft erlauben."
"Mittelplate A" ist die einzige deutsche Offshore-Ölplattform. Sie ist seit 1987 in Betrieb und macht etwa 60 Prozent der einheimischen Ölförderung in Deutschland aus. Die Förderkonzession wurde im vergangenen Jahr für weitere 30 Jahre erteilt.
klimaretter.info/hb
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