Brandenburg: Schon wieder eine Flutwelle
Schwarzer Elster, Pulsnitz oder Röder, wer kennt schon die Namen jener Rinnsale, die Südbrandenburg derzeit in Atem halten: 2.000 Einsatzkräfte von Feuerwehr, Technischem Hilfswerk und Anwohner versuchten am Donnerstag das Schlimmste zu verhindern. Am Nachmittag mussten dann Bundeswehrkräfte hinzu gezogen werden. Binnen weniger Wochen war von Sachsen her zum dritten Male extremes Wetter mit extremen Niederschlägen über die Lausitz hereingebrochen, der Landeskatastrophenschutzstab musste die höchste aller Warnstufen ausrufen. Die Schwarze Elster, ein zur Industrierinne genormter Nebenfluss der Elbe, verzeichnete den höchsten Pegel, der je gemessen wurde.

Zum dritten Male binnen weniger Wochen wird Südostdeutschland von Extremwetterereignissen heimgesucht - hier eine Aufnahme vom ersten Mal. (Foto: Rietschel)
Bei Saathain bildeten Helfer und Anwohnern eine 250 Meter lange Kette zum Sandsackschleppen und die Krone des Deiches zu erhöhen. Half alles nichts: Einen halben Kilometzer flussauf strömte das Wasser über die Deichkrone. In Elsterwerda mussten 2.500 Menschen evakuiert werden, Tiere ertrinken in den Fluten, wie Augenzeugen berichteten. Auch in Ostsachsen waren die Pegel in der Nacht auf einen Höchststand gestiegen: In Boxberg im Landkreis Görlitz sei mit einem Pegel von 4,55 Metern die Höchstmarke des Hochwassers aus dem Jahr 1981 übertroffen worden, teilten die Behörden mit. Damals stieg der Pegel der Flüsse Schwarzer und Weißer Schöps, die bei Boxberg zusammenfließen, auf 4,48 Meter.
Kritische Lage auch an Spree und Oder: Nach Angaben des Brandenburger Umweltministerium führt die Spree gegenwärtig 110 Kubikmeter Wasser pro Sekunde aus Sachsen ins Land. Seit Dienstag wurden aus dem Landeskatastrophenschutzlager in Beeskow laut Innenministerium 860.000 Sandsäcke befüllt, um vorbereitet zu sein. Zwischen Neißemündung und der südlichen Stadtgrenze von Frankfurt wurde entlang der Oder Hochwasser-Alarmstufe 1 ausgerufen.
Klimaretter.info/reni
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