Wieder Hochwasseralarm in Sachsen
In Sachsen gilt wieder Hochwasseralarm. In einigen Landkreisen wurde die höchste Alarmstufe vier ausgerufen, allerdings liegen die Pegel in der Regel noch zwei Meter unter den Hochwasserständen vom August, heißt es im mdr. Bisher halten die Deiche.

Erst wenige Wochen her: die Kirnitzsch im Sommerhochwasser in Bad Schandau. (Foto: Reimer)
Wegen der langanhaltenden Niederschläge der vergangenen Tage haben die Behörden vor allem in Ostsachen Hochwasseralarm gegeben. Neiße, Schwarze und Weiße Schöps führen bei weitem mehr Wasser als in der Regel. In Zittau und Niesky warten bereits jeweils rund 40.000 Sandsäcke auf einen möglichen Einsatz. Der Regen soll den Wettervorhersagen zufolge langsam wieder weniger werden. Die Meteorologen haben die Unwetterwarnungen wieder aufgehoben.
Im August wurde die Sächsische Schweiz innerhalb einer Woche von zwei Hochwasserwellen erfasst. Am 7. August brach eine so genannte Fünf-B-Wetterlage mit nie gekannten Regenmengen über die Sächsische Schweiz herein. Der Pegel der Kirnitzsch, der normalerweise bei 30 Zentimetern liegt, wuchs auf zwei Meter an. Das Flüsschen schleifte Bäume mit sich, unterspülte die Straße, fällte elektrische Strommasten der Kirnitzschtalbahn.
Schuld daran, dass auch in Deutschland die Flüsse immer häufiger Hochwasser führen, ist auch der Klimawandel. Erwärmte Luft kann mehr Wasser speichern als kalte. Dadurch häufen sich die Fünf-B-Wetterlagen – Tiefdruckgebiete, die heiße feuchte Luft nach Deutschland tragen und sich dort abregnen. Eine Fünf-B-Wetterlage hatte im August 2002 zur ersten Elbe-Flut geführt, die zweite im April 2006 heraufbeschworen und schließlich die Fluten an Neiße, Spree und in der Sächsichen Schweiz ausgelöst.
Der World Wide Fund for Nature (WWF) hat angesichts der Situation in Sachsen ein besseres Hochwassermanagement und die Schaffung neuer Überflutungsflächen gefordert. "Effektives Hochwassermanagement in Deutschland kann nur durch eine ausgewogenen Mischung aus verschiedenen Maßnahmen, wie Deichrückverlegungen gewährleistet werden", sagte der WWF-Hochwasserexperte Georg Rast. Beschlossene und tragfähige Konzepte zum Hochwassermanagement müssten jetzt auch umgesetzt werden. "In Sachsen-Anhalt gibt es zahlreiche, vorbildliche Deichrückverlegungsprojekte", so Rast. Solche Vorhaben sollten auch im Freistaat Sachsen endlich realisiert werden.
klimaretter.info/jot
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