Rechnen mit Mutter Natur
Städte und Kommunen können durch Naturschutz bares Geld sparen, die Wirtschaft stärken und die Lebensqualität verbessern: Das geht aus der neuen TEEB-Studie für lokale und regionale Entscheidungsträger hervor, die am Donnerstag in Curitiba (Brasilien), Neu Delhi (Indien), Kapstadt (Südafrika) und Gent (Belgien) veröffentlicht wurde. Städte nehmen den Wissenschaftlern zufolge bei Natur- und Artenschutz eine zentrale Rolle ein: Mehr als die Hälfte der Menschheit lebt in Städten - die machen zwar nur zwei Prozent der Erdoberfläche aus, verbrauchen jedoch 75 Prozent der natürlichen Ressourcen und sind zu 75 Prozent für den Müll der Welt verantwortlich.
Weise, wer den Wert seiner Ökosysteme zu schätzen weiß: Dabei sollen die TEEB-Berichte mit neuartiger Öko-Buchhaltung helfen. (Foto: André Künzelmann/UFZ)
Der aktuelle TEEB-Bericht zu den ökonomischen Aspekten von Ökosystemen soll Städten und Gemeinden Tipps an die Hand geben, wie sie den Übergang zu einer kohlenstoffarmen und ressourceneffizienten Wirtschaftsordnung verwirklichen können, indem die "Symbiose" von Stadt und Natur genutzt wird. Die Wertschätzung der Umweltleistungen steht im Zentrum des Ansatzes: So bietet Mutter Natur zum Beispiel bei der Bereitstellung von Trinkwasser oder der Luftreinhaltung "preiswerte Lösungen" für kommunale Probleme.
"Schutzmaßnahmen für die biologische Vielfalt und damit für unsere Lebensgrundlagen müssen zwar auf hoher politischer Ebene beschlossen und finanziell unterstützt werden, die Umsetzung erfolgt aber regional und lokal", sagt auch Olaf Tschimpke vom Naturschutzbund Deutschland. Aus dem Bericht werde deutlich, dass eine intakte Natur eine zentrale Rolle für den ökonomischen Wert von Kommunen spiele, so unter anderem durch Gratis-Dienstleistungen wie saubere Luft und Wasser oder den natürlichen Erholungsraum.
TEEB wurde von Deutschland und der Europäischen Kommission 2007 initiiert, um den ökonomischen Wert der biologischen Vielfalt und die Kosten der Naturzerstörung zu untersuchen. Ein erster Zwischenbericht der TEEB-Studie wurde auf der UN-Naturschutzkonferenz im Mai 2008 in Bonn vorgelegt. Im November 2009 erschien der TEEB-Bericht für politische Entscheidungsträger, im Juli 2010 der Bericht für die Wirtschaft. Der TEEB-Abschlussbericht wird bei der 10. Vertragsstaatenkonferenz des Übereinkommens über die biologische Vielfalt (Convention on Biological Diversity – CBD) im Oktober 2010 in Japan vorgestellt werden.
klimaretter.info/sam
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