3,6 Millionen Dollar für BPs Sicht auf Ölkatastrophe
Für das eigene Ansehen ist dem Ölkonzern BP nichts zu schade. Als das grüne Mäntelchen von der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko beschmutzt wurde, startete BP eine massive PR-Gegenkampagne. Unter anderem kaufte der Konzern Werbung, die neben Google-Ergebnissen angezeigt wurde – immer wenn Internetnutzer nach Begriffen wie "Ölpest" gesucht haben.

BP mischt beim Anzeigenschalten ganz vorne mit - in der Liste sind ausgewählte Unternehmen. (Foto: Screenshot AdAge.com)
Nun zeigt ein internes Dokument von Google das Ausmaß der Bemühungen, im Netz die Deutungshoheit über die Katastrophe zu halten oder zurückzuerlangen. Alleine im Juni hat BP knapp 3,6 Millionen US-Dollar (2,8 Millionen Euro) für die sogenannte Adwords-Werbung bei Google gezahlt, berichtet der US-Fachdienst AdAge.com. Demnach haben die Ausgaben in den Monaten zuvor nur ein Bruchteil dessen betragen: Für gerade mal 57.000 Dollar hatte BP vorher pro Monat geworben.
Beachtliche Summe
Im Vergleich mit der restlichen BP-Werbung sind die 3,6 Millionen Dollar zwar gering, aber durchaus beachtenswert: Die sonstigen Werbekosten betrugen im ersten Halbjahr 2010 monatlich rund 13 Millionen US-Dollar. Und mit den 3,6 Millionen Dollar kommt BP fast an Ebay mit 4,2 Millionen heran – ein Großunternehmen, dessen Geschäft sich vollständig in der virtuellen Welt abspielt.
BP hingegen verkauft keine Produkte über das Internet, sondern nur die konzerneigene Sicht auf die Geschehnisse im Golf von Mexiko. Bei Google las sich das dann so: "Erfahren Sie mehr darüber, wie BP hilft." Dennoch hat der Ölkonzern den Imagekampf im Netz verloren: Zahlreiche Blogger und Internetnutzer haben durch kreative Online-Aktionen und Spielereien auf die Katastrophe für die Umwelt hingewiesen. Zu sehen waren unter anderem spaßige Videos auf Youtube, ironische Kurznachrichten über Twitter und Boykottaufrufe bei Facebook.
klimaretter.info/fw
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