IFA: Keine Führung bei Fernsehern
Heute beginnt die 50. Internationale Funkausstellung (IFA). Bis zum 8. September treffen sich Vertreter von Elektronikherstellern aus aller Welt in Berlin, um die neuesten Produkte vorzustellen und selbst zu testen. Im vergangenen Jahr kamen rund 125.000 Besucher in die Messehallen, im Jubiläumsjahr wird mit weit mehr Menschen gerechnet. Der Schwerpunkt bei Haushaltsgeräten liegt bei umweltschonenden Modellen. Als Neuheiten gelten darüber hinaus 3D-Fernseher - die fast alle mit der energiesparenden LED-Technik ausgestattet sind.
Was immer noch fehlt, ist eine Energieverbrauchskennzeichnung auf der Verpackung der Geräte. Bereits 2008 wurden Forderungen nach einer solchen Effizienzkennzeichnung laut - mittlerweile exisitert auf EU-Ebene auch ein entsprechender Kennzeichnungsvorschlag, der dem für Kühlschränke ähnelt. Die Europäische Kommission blockiere aber dessen Anwendung, sagt der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND).

Miss IFA präsentiert einen LED-Fernseher. Eine Energieverbrauchskennzeichnung kann auch er nicht vorweisen. (Foto: IFA)
Fernsehgeräte könnten schon längst ihren Energieverbrauch auf ihrer Verpackung anzeigen. Die Europäische Kommission halte sich aber zurück, weil sich die Hersteller von Fernsehgeräten gegen die Kennzeichnung wehren, sagt der BUND. Der Umweltorganisation zufolge fürchten die Hersteller, dass der Absatz stromfressender Modelle rapide absinken würde. Der BUND hat deshalb gemeinsam mit dem Öko-Institut selbst eine Übersicht über 700 sparsame Geräte erstellt.
Der Energieverbrauch von Fernsehgeräten variiert BUND-Angaben zufolge erheblich. Im Vergleich zu sparsamen Geräten mit LED-Technik verbrauchen einige Geräte das doppelte an Energie. Der Fernseher, der am wenigsten Energie verbraucht, verursacht in zehn Jahren rund 160 Euro an Stromkosten. Der teuerste hingegen 1.300 Euro.
"Sparsame Geräte können den Markt nur erobern, wenn die Verbraucher sie auch erkennen", sagte Christian Noll, BUND-Experte für Energieeffizienz. "EU-Energiekommissar Günther Oettinger muss endlich den Weg frei machen für eine sinnvolle Verbrauchskennzeichnung."
klimaretter.info/jot
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