Konzerne lässt Biodiversität kalt
Die 3.000 größten Unternehmen der Welt verursachen jährlich Umweltschäden in Höhe von 2,2 Billionen US-Dollar. Das geht aus der UN-Studie TEEB for Business hervor, die am Dienstag in London veröffentlicht wurde. Für Unternehmen ist wirtschaftlicher Verlust durch den Verlust der Biodiversität demnach noch immer kein großes Thema.

Der Studie zufolge sieht bereit die Hälfte der Manager in Lateinamerika oder Afrika einen Zusammenhang zwischen Biodiversitätsverlust und wirtschaftlichem Wachstum. In Europa sind es dagegen nur 20 Prozent der Top-Manager. 60 Prozent der Verbraucher aus Amerika und Europa und mehr als 90 Prozent der Verbraucher aus Brasilien sind sich auf der anderen Seite des Problems des Biodiversitätsverlusts bewusst. Mehr als 80 Prozent der Verbraucher weltweit wollen zudem künftig keine Produkte mehr von Unternehmen kaufen, die ökologische und soziale Aspekte in ihrer Geschäftspolitik vernachlässigen.
"Wir stehen am Beginn einer Ära, in denen Billionen-Verluste in Form von Natur und natürlichen Ressourcen auch Märkte beeinflussen und Fragen von Konsumenten aufwerfen", sagt Unep-Chef Achim Steiner. Wie Konzerne sich zwischen Risiken und Möglichkeiten positionieren, werde in den nächsten Dekaden maßgeblich Erfolg und Wirtschaftlichkeit bestimmen.An der TEEB-Studie (The Economics of Ecosystems and Biodiversity) beziffert den Wert der Umweltleistungen von Ökosystemen auf jährlich etwa 72 Billionen US-Dollar. Seit 2007 wird an der Umwelt-Buchführung gearbeitet, Teil-Ergebnisse werden in regelmäßigen Etappen veröffentlicht. Der abschließende Synthese-Bericht soll auf der Welt-Biodiversitäts-Konferenz im japanischen Nagoya im Oktober dieses Jahres veröffentlicht werden.
Die UN hatte erst kürzlich den dritten Globalen Ausblick zur Lage der biologischen Vielfalt veröffentlicht: Der Artenverlust schreitet demnach nicht nur ungebremst voran, sondern wird sich durch die Veränderung von Lebensräumen, Übernutzung und den Klimawandel weiter verschärfen. Im Juni wurde ein Welt-Biodiverstitätsrat auf den Weg gebracht, der nach dem Vorbild des Weltklimarats IPCC Handlungsempfehlungen für die Politik erarbeiten soll.
klimaretter.info/sam
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