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Brasilien lässt wieder Regenwald abholzen

Brasilien will ein Sechstel des Regenwalds zur Abholzung freigeben. Kongressabgeordnete stimmten am Dienstag in einem Unterausschuss für eine Änderung des Brasilianischen Waldgesetzes. Das galt bisher als fortschrittliches Gesetz zum Schutz des Regenwaldes. Nun sind 85 Millionen Hektar von der Abholzung bedroht, was einer Fläche von England und Frankreich zusammen entspricht. Umweltorganisationen zufolge bedeutet das die Freisetzung von 30 Milliarden Tonnen Kohlendioxid in die Atmosphäre.

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Greenpeace-Aktivisten protestieren gegen die Reform des Waldgesetzes. (Foto: Felipe Barra/Greenpeace)

Bisher dürfen Landbesitzer grundsätzlich nur 20 Prozent des auf ihrem Gebiet befindlichen Regenwaldes abholzen. 80 Prozent müssen in ihrem ursprünglichen Zustand als gesetzlich festgelegte Schutzzone erhalten bleiben. Die Gesetzesreform sieht vor, diese Schutzzone auf 50 Prozent zu reduzieren. "Dadurch würde mehr Regenwald zerstört werden, als bisher schon abgeholzt ist", befürchtet Andrea Cederquist, Biodiversitätsexpertin von Greenpeace Deutschland. Die Kohlendioxidemissionen, die dadurch freigesetzt werden könnten, sind rund 35 mal so hoch wie die deutschen Kohlendioxidemissionen aus fossiler Verbrennung.

Auf der entsprechenden Ausschusssitzung soll es nach einem Bericht der Nachrichtenagentur AP heiß hergegangen sein – stimmberechtigt waren zwar nur 18 Kongressabgeordnete, aber auch Vertreter der Agrarlobby und von Umweltorganisationen saßen im Publikum. Mit Rufen wie "Brasilien, Brasilien!" feuerten die Befürworter der Änderungen die Abgeordneten an, die Gegner der Änderungen riefen immer wieder "Rückschritt!". Schließlich stimmten 13 Abgeordnete für die Reform und nur fünf dagegen.

"Das ist aber nicht das letzte Wort", sagt Cederquist. Das Gesetz muss nun im Kongress verhandelt werden. Das Thema ist, so Cederquist, politisch äußerst brisant – gerade, weil im Oktober in Brasilien der Präsident gewählt wird. Paulo Barreto vom brasilianischen Unweltforschungsinstitut Imazon geht davon aus, dass das Gesetz erst nach den Wahlen auf die Tagesordnung kommt.

Die Gesetzesreform, befürchtet Cederquist, würde Brasiliens auf dem Klimagipfel in Kopenhagen gemachte Zusagen zunichte machen. Lula hatte zugesagt, die Kohlendioxidemissionen des Landes bis 2020 um 38,9 Prozent und damit 21 Milliarden Tonnen zu reduzieren.

klimaretter.info/jot

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