Obama bestellt BP zum Rapport
US-Präsident Barack Obama hat den Vorsitzenden des BP-Aufsichtsrats für Mittwoch ins Weiße Haus bestellt. Carl-Henric Svanberg muss zum Rapport beim Präsidenten antreten, der sich in den letzten Wochen immer unwirscher gegenüber dem Konzern gezeigt hatte. Viele US-Amerikaner kritisieren zunehmend auch das Krisenmanagement Obamas nach dem Sinken der Bohrinsel Deepwater Horizon im Golf von Mexiko.

Teile des abgefangenen Öls werden "kontrolliert abgebrannt". (Foto: US Coast Guard/John Masson)
Ölkonzern BP gerät jedoch nicht nur politisch, sondern auch wirtschaftlich immer stärker unter Druck: BP-Chef Tony Hayward hatte dem Wall Street Journal am Freitag gesagt, durch die hohen Kosten sei eine Kürzung der Dividende zu erwarten. BBC und Times berichten, vorerst solle gar keine Dividende mehr gezahlt werden. Eine Entscheidung soll es jedoch erst am Mittwoch geben. Im vergangenen Jahr wurden insgesammt 8,3 Milliarden Euro ausgeschüttet. Seit dem Unfall im Golf von Mexiko haben BP-Aktien rund 40 Prozent ihres Werts verloren.
Auch die US-Geologiebehörde geht mittlerweile davon aus, dass täglich nicht 3.400 sondern 5.400 Tonnen Rohöl aus dem Bohrloch sprudeln. Damit wären bislang rund 290.000 Tonnen Öl ausgetreten. Um Längen hat das Sinken der Bohrinsel Deepwater Horizon auch der bisher größten Ölpest in der Geschichte der USA den Rang abgelaufen: Beim Unglück des Tankers Exxon Valdez waren 1989 "nur" 40.000 Tonnen Rohöl ausgelaufen.

Eine von etlichen Baustellen für tausende von Einsatzkräften, Wissenschaftlern und Helfern: "Turtle Rehabilitation". (Foto: University of California/Davis)
Nach Einschätzungen der US-Küstenwache wird noch über Wochen neues Öl in den Golf von Mexiko fließen. Frühestens in einem Monat sei BP in der Lage, alles austretende Öl am Bohrloch abzufangen. Langfristig soll der Ölstrom durch Entlastungsbohrungen gestoppt werden, diese Arbeiten werden jedoch nicht vor August abgeschlossen sein.
© wir-klimaretter.de/sam
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