UN bringt Biodiversitätsrat auf den Weg
Die Weltgemeinschaft hat sich am Freitag in Nairobi auf die Gründung eines UN-Expertenrats zur Artenvielfalt geeinigt. Aufbau und Funktion des Intergovernmental Science Policy Platform on Biodiversity and Ecosystem Services (IPBES) sollen sich am Weltklimarat IPCC orientieren. Der Chef des UN-Umweltprogramms Achim Steiner bezeichnete den Schritt als "Durchbruch im Kampf gegen den Verlust von Wäldern, Korallenriffen und anderen Ökosystemen". Die Natur erbinge für den Planeten jährlich Umweltleistungen im Wert von etlichen Milliarden US-Dollar.

Im Biodiversitätsjahr 2010 wird der UN-Expertenrat für Artenvielfalt auf den Weg gebracht. (Foto: Johanna Falk)
Die UNO hatte erst kürzlich den dritten Globalen Ausblick zur Lage der biologischen Vielfalt veröffentlicht: Der Artenverlust schreitet demnach nicht nur ungebremst voran, sondern wird sich durch die Veränderung von Lebensräumen, Übernutzung und den Klimawandel weiter verschärfen. Seit den 70er Jahren haben die weltweiten Tierbestände um ein Drittel abgenommen. Mangrovenflächen oder Seegraswiesen sind innerhalb von 40 Jahren um 20 Prozent geschrumpft, ein dramatischer Verlust von 40 Prozent musste etwa bei Korallenriffen verzeichnet werden.

Auch der IPCC für Biodiversität soll deshalb nicht nur Zustand und Trends von Biodiversität und Ökosystemen beschreiben und wissenschaftliche Erkenntnisse zusammentragen, sondern Handlungsempfehlungen für die Politik erarbeiten. Die Gründung des Biodiversitätsrats muss noch formal von der UN-Generalversammlung und dem Unep-Führungsgremium abgesegnet werden.
© wir-klimaretter.de/sam
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