Neue Hiobsbotschaften im Golf von Mexiko
Der nächste Versuch des Konzerns BP im Kampf gegen die Ölpest im Golf von Mexiko ist vorerst gescheitert: Die von Unterwasser-Robotern gesteuerte Säge, mit der die Steigleitung abgetrennt werden sollte, war im Rohr steckengeblieben, berichtete die US-Küstenwache am Mittwoch. Nachdem das Werkzeug befreit werden konnte, wurden die Arbeiten dennoch weiter ausgesetzt. Nach einem Bericht der New York Times soll nun ein Scherenmesser zum Einsatz kommen.
Das Manöver gilt als risikoreich, weil sich der Ölaustritt durch das Kappen der Rohre zunächst um ein Fünftel erhöhen könnte. Bei einem erfolgreichen Stülpen eines Auffangbehälters über die gekappte Steigleitung könnte der Ölfluss jedoch eingedämmt werden.

Eingeschlossen vom Ölteppich: Mehr als 200 Kilometer Marschland an der US-Küste von Louisiana sind bereits verseucht. Behörden rechnen damit, dass das Öl in Kürze auch die Küste von Florida erreicht. (Foto: Daniel Beltra/Greenpeace)
Seit mittlerweile sechs Wochen strömen aus dem Bohrloch im Golf von Mexiko Millionen Liter von Rohöl: Sämtliche vorherigen Versuche des Konzerns, von der gigantischen Stahlglocke bis zum Beschuss mit Schlamm und Gummstücken zum Schließen des Lecks, waren gescheitert. Endgültig gestoppt werden kann der Öl-Austritt unter Umständen erst durch Entlastungsbohrungen um das Bohrloch herum – bis die Bohrungen das Öl erreichen, können jedoch noch Wochen bis Monate vergehen.
Die US-Regierung hat inzwischen zivil- und strafrechtliche Ermittlungen gegen BP und andere beteiligte Unternehmen gestellt, meldete am Mittwoch US-Justizminister Eric Holder. Nicht nur BP, auch Barack Obama gerät immer stärker unter Druck: Der US-Präsident nutzte die Öl-Pest unterdessen, um für den im Senat feststeckenden Klima-Gesetzesentwurf zu werben. Die nächste Generation dürfe nicht „Geisel der Energiequellen des vergangenen Jahrhunderts sein“, sagte Obama.
© wir-klimaretter.de/sam
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