Schlammbeschuss bringt "zeitweisen" Erfolg
Über den Erfolg des "Top Kill"-Versuchs zum Stopfen des Öllecks im Golf von Mexiko lässt sich nach Angaben von Ölkonzern-BP erst in ein bis zwei Tagen etwas sagen. Konzernmanager Robert Dudley sagte am Donnerstag, das Manöver laufe wie geplant. Durch den Beschuss des Bohrlochs mit schwerem Schlamm konnte der Austritt des Öls zeitweise gestoppt werden, berichtete auch die US-Küstenwache am Donnerstag: Von einem Erfolg könne man jedoch noch nicht sprechen.

Ölteppich an der Mississippi-Mündung. (Foto: Sean Gardner/Greenpeace)
Nach Schätzungen der US-Regierung sprudelt seit dem Untergang der Deepwater Horizon weit mehr Öl aus dem Leck als angenommen: Nach Angaben der US-Behörde für Geologie liegen die tatsächlichen Zahlen vermutlich bei täglich 1.600 bis 3.400 Tonnen Rohöl. Bislang war man – nach BP-Angaben – von rund 700 Tonnen täglich ausgegangen. Seit Beginn der Katastrophe im Golf von Mexiko sind demnach mehr als 36.700 Tonnen Öl ausgeströmt. Beim Unglück des Öl-Tankers Exxon Valdez waren 1989 rund 35.000 Tonnen Öl ins Meer gelangt.
US-Präsident Barack Obama kündigte eine Überarbeitung von Genehmigungsprozessen für neue Bohrungen an: Sicherheitsanforderungen würden verschärft, die Regierung wolle gegen die "behaglich bis korrupte" Beziehung zwischen Ölindustrie und entsprechenden Behörden angehen. Neue Bohrungen etwa vor Alaska werden demnach weiter ausgesetzt. Das von Obama nach der Katastrophe ausgesprochene Moratorium wurde um sechs Monate verlängert. Außerdem wurden mehr als 30 laufende Bohrungen im Golf von Mexiko vorläufig auf Eis gelegt. Der Präsident sagte jedoch auch, Tiefseebohrungen seien weiterhin nötig, um den Energiebedarf der USA zu decken.
Der Versuch wurde ohne Inkenntnissetzen der US-Regierung zwischendurch für 16 Stunden unterbrochen, dann aber wieder aufgenommen.
© wir-klimaretter.de/sam
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