BP muss Abdichtungs-Manöver verschieben
Ölkonzern BP hat den angekündigten Versuch verschoben, die Ölquelle am Grund des Golf von Mexiko zu verschließen. Ursprünglich sollte an diesem Wochenende schwerer Schlamm in das Bohrloch gepresst werden, das anschließend mit Zement abgedichet werden sollte. Die Vorbereitung der Operation mit drei Schiffen und 16 Unterwasser-Robotern sei jedoch "schwierig", sagte BP-Manager Doug Suttles, und werde voraussichtlich bis Dienstag dauern.
Anfang Mai ließ sich Präsident Obama von US-Küstenwache und US-Umweltbehörde vor Ort über die Situation im Golf von Mexiko briefen. Vier Wochen nach dem Unglück ist noch immer nicht klar, wie das Bohrloch geschlossen werden soll. (Foto: whitehouse.gov)
Die BP-Bohrinsel Deepwater Horizon war am Ende April nach einer schweren Explosion gesunken. Täglich strömen nach Schätzungen mindestens 700.000 Liter Rohöl in den Golf von Mexiko. Nachdem das Abfangen des Öls am Bohrloch durch eine gigantische Stahlglocke gescheitert war, hatte BP zuletzt über einen Notleitung Teile des austretenden Öls auffangen können. Unterdessen gelangte bereits Öl in Marschgebiete des US-Bundesstaats Louisiana. Ein öffentlicher Strand wurde nach dem Entdecken von Ölklumpen geschlossen.
Obama setzt Sonderausschuss ein
Nach dem Willen der US-Regierung soll der Ölunfall im Golf von Mexiko von einem unabhängigen Expertengremium untersucht werden. Präsident Barack Obama hat einen entsprechenden Sonderausschuss eingerichtet, der Umstände und Folgen der Havarie der Deepwater Horizon untersuchen und konkrete Empfehlungen erarbeiten soll, wie Sicherheitsstandards bei künftigen Offshore-Bohrungen angehoben werden können, um ähnliche Katastrophen zu verhindern. Das Gremium soll auch untersuchen, wieviel Öl inzwischen tatsächlich seit dem Sinken der Bohrinsel ins Meer geströmt ist: In den vergangenen Tagen war das Misstrauen an den Angaben des Ölkonzerns gewachsen.
Der Präsident betonte in seiner wöchentlichen Regierungserklärung jedoch auch, dass es weitere Bohrungen vor der Küste geben werde: 30 Prozent der US-Ölproduktion könnten durch Bohrungen im Golf von Mexiko gewährleistet werden, sagte Obama.
klimaretter.info/sam
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