Biodiversitätstag: "Naturschutz ist kein Luxus"
Am 22. Mai ist internationaler Tag der Biodiversität: Weltweit soll am Aktionstag auf die Vielfalt der Natur, ihre Bedeutung als Grundlage unserer Existenz und ihr oft unterschätzer wirtschaftlicher Wert aufmerksam gemacht werden. "Naturschutz ist kein Luxus, sondern überlebensnotwendig für eine schnell wachsende Menschheit", sagt Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU).

Die Vereinten Nationen haben das Jahr 2010 zum Jahr der Biodiversität ausgerufen
Eine der größten Gefahren für den Schutz der biologischen Vielfalt ist der Klimawandel, warnt zum Biodiversitätstag das Umweltbundesamt (UBA): Steigt die globale Durschnittstemperatur innerhalb dieses Jahrhunderts um zwei Grad, könnten 20 bis 30 Prozent aller Tierarten aussterben, so UBA-Chef Jochen Flasbarth. International gehöre die Zerstörung von Regen- und Urwäldern zu den Hauptursachen des Verlustes an Tier- und Pflanzenarten. "Wir müssen die Wälder dieser Welt erhalten - als Hort der biologischen Vielfalt und als Senke für Kohlenstoff", sagt Flasbarth. Ein Fünftel der weltweiten Treibhausgasemissionen wird durch die Waldzerstörung verursacht.
Die UNO hatte erst kürzlich den dritten Globalen Ausblick zur Lage der biologischen Vielfalt veröffentlicht: Der Artenverlust schreitet demnach nicht nur ungebremst voran, sondern wird sich durch die Veränderung von Lebensräumen, Übernutzung und den Klimawandel weiter verschärfen. Seit den 70er Jahren haben die weltweiten Tierbestände um ein Drittel abgenommen. Mangrovenflächen oder Seegraswiesen sind innerhalb von 40 Jahren um 20 Prozent geschrumpft, ein dramatischen Verlust von 40 Prozent musste etwa bei Korallenriffen verzeichnet werden.
Die Umweltstiftung WWF fordert zum Tag der Biodiversität die Abschaffung klima- und umweltschädlicher Subventionen: Jährlich würden weltweit etwa 670 Milliarden Euro an Staatshilfen in Branchen fließen, die wesentlichen Anteil an der Zerstörung der Natur haben. Die Vergabe der Mittel müsse in Deutschland und Europa an ökologische Kritieren geknüpft werden, so der WWF.
© wir-klimaretter.de/sam
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