BPs Glocke nützt nichts
Die Hoffnung, dass eine Glöcke die Ölpest im Golf von Mexiko wenigtens eindämmen kann, haben sich am Wochenende zerschlagen. Nach Angaben von BP scheiterte der Versuch, über das offene Ölbohrloch am Meeresgrund eine Stahlbetonglocke zu stülpen. An der Konstruktion hatten sich Kristalle aus Gas und Wasser gebildet, die die Öffnungen verstopft haben, durch die das ausströmende Öl eigentlich hätte abgepumpt werden sollte. Wegen der Verstopfung erhielt die 100 Tonnen schwere Glocke zu starken Auftrieb.
Bis zum Sonntag gelangten den Angaben zu Folge mehr als 13 Millionen Liter Rohöl ins Meer, knapp ein Drittel der Menge, die 1989 bei der Havarie der "Exxon Valdez" in Alaska austrat. "Was wir versucht haben, hat nicht funktioniert", quittierte Doug Suttles, Betriebsvorstand des Mineralölkonzerns BP das Scheitern. Frühestens am heutigen Montag sei mit einer Entscheidung über das weitere Vorgehenzu rechnen. Aus den offenen Bohrlöchern 1.500 Metern Tiefe strömen täglich rund 800.000 Liter Öl. Ausgelöst hatte das Unglück die von BP genutzte Bohrplattform "Deep Water Horizon", die am 22. April bei einer Explosion zerstört wurde und sank. Dabei kamen elf Arbeiter ums Leben.

Auch eine Methode, die Umwelt zu schützen? BP fackelt ins Meer geströmtes Öl ab (Foto: Greenpeace)
Die Kuppel ist etwa so hoch wie ein vierstöckiges Haus und wird mit Robotern in Mini-U-Booten ferngesteuert. Allein die Aktion, die Kuppel auf dem Meeresgrund herunterzulassen, dauerte mehr als 18 Stunden. "Das ist, als würde man eine Operation in 1.500 Metern Tiefe am offenen Herzen vollziehen, gesteuert von Robotern und Mini-U-Booten", sagte Lamar McKay, Chef von BP-Amerika. Während an den weißen Sandstränden der fünf Kilometer vor Alabama gelegenen Dauphin-Insel erste Teerklumpen angespült wurden, prüfen BP-Ingenieure, ob das Leck mit der sogenannten "Top-Kill"-Methode abgedichtet werden könnte. Dabei wird ein Gemisch aus Lehm und Beton direkt in die Quelle gepumpt, wie ein BP-Sprecher erläuterte. Dieser Prozess könnte zwei bis drei Wochen dauern.
Gut möglich also, dass die Ölkatastrophe im Golf von Mexiko der Ölkatastrophe durch die Exxon-Valdes den Rang abläuft - und zum größten Öldesatser aller Zeiten wird.
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© wir-klimaretter.de/reni
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