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Studie: Indien entwickelt sich zum Klimaproblem

Indiens Treibhausgas-Emissionen werden sich bis 2030 mehr als verdreifachen. Zu diesem Schluss kommt eine Studie von mehreren unabhängigen indischen Forschungsinstitutionen. Das Dokument, das Experten der indischen Regierung überreicht haben, soll auch Basis für die Diskussion bei der UN-Klimakonferenz in Kopenhagen sein. Nach dem Bericht werden die Emissionen von derzeit rund 1,2 Milliarden Tonnen Kohlendioxid auf vier bis sieben Milliarden Tonnen ansteigen.

Das ist der "China-Effekt": Das bislang bevölkerungsreichste Land der Welt hatte sich zur Werkbank des Westens entwickelt und es so zu einigem Wohlstand gebracht. China, das anders als Indien heute zu Recht Schwellenland genannt wird – der Lebenstandard ist in vielen Städten heute höher als in EU-Ländern wie Ungarn, Litauen oder Portugal –, war so zum weltgrößten Kohlendioxid-Produzenten geworden. Nun schickt sich Indien an, diesem Weg zu folgen: In wenigen Jahren wird das Land China als bevölkerungsreichstes Land überholen.Und der Energiehunger steigt rasant. 

Allerdings: Trotz der immensen Steigerung der Treibhausgase werden die Pro-Kopf-Emissionen um einiges niedriger sein als in anderen Industrienationen. Mit der Offenlegung des Reports demonstriere Indien die ernste Bedeutung des Themas, meint Umweltminister Jairam Ramesh. Im gleichen Atemzug sagte er, dass sich niemand auf der Welt über die Gefahr der indischen Treibhausgase Sorgen machen müsse, denn diese würden die Menge der Emissionen von Industrienationen ohnehin niemals erreichen. Derzeit trägt Indien etwa fünf Prozent der globalen Treibgasemissionen und rangiert hinter China, den USA und Russland. Indien selbst ist derzeit von einer großen Dürre betroffen.

[Erklärung]  
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