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Hochwasser: Anpassung nur bis zwei Grad

Etliche Regionen der Welt – auch Deutschland – müssen sich verstärkt auf Überschwemmungen vorbereiten, zeigt eine Veröffentlichung des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK). "Veränderte Regenfälle als Folge der globalen Erwärmung werden das Risiko von Überschwemmungen an Flüssen vielerorts stark erhöhen", teilte das Institut mit.

BildDas Elbe-Hochwasser im Juni 2013 traf die sächsische Stadt Pirna schwer. (Foto: Silke Scheel/​Flickr)

Die Forscher warnen: Ohne zusätzliche Anpassungsmaßnahmen – wie Deichausbau, besseres Flussmanagement, Veränderung von Baustandards oder sogar die Verlagerung von Siedlungen – wird sich die Zahl der Menschen, die von den stärksten zehn Prozent der Hochwasser betroffen sein werden, in den kommenden zwei Jahrzehnten in vielen Weltregionen erhöhen. In Deutschland könnte die Zahl um das Siebenfache steigen, nämlich von 100.000 auf 700.000 Personen.

In absoluten Zahlen wird es allerdings Regionen im globalen Süden viel stärker treffen. In Südamerika könnte die Zahl der Betroffenen laut Studie von sechs auf zwölf Millionen steigen, in Afrika von 25 auf 34 Millionen, und in Asien von 70 auf 156 Millionen. Das PIK hat dabei Faktoren wie das Bevölkerungswachstum und die zunehmende Urbanisierung noch nicht eingerechnet, was die Prognose wohl noch dramatischer ausfallen lassen würde.

Damit die Anpassung noch gelingen kann, müssen die Ziele des Pariser Klimaabkommens unbedingt erreicht werden, warnen die Studienautoren. "Wenn wir die vom Menschen verursachte Erwärmung nicht auf deutlich unter zwei Grad Celsius begrenzen, dann werden bis zum Ende unseres Jahrhunderts die Hochwasserrisiken vielerorts in einem solchen Maße ansteigen, dass Anpassung schwierig wird", sagte Anders Levermann vom PIK.

Die Untersuchung basiert auf Computersimulationen, bei denen vorhandene Daten zu Flüssen aus einer Vielzahl von Quellen verwendet werden. Daten über Veränderungen von Niederschlägen, Verdunstung und Wasserkreisläufen stammen aus dem weltweit größten Projekt zum Vergleich von Klimamodellen. Die räumliche Auflösung der neuen Studie ist etwa zehnmal höher als bei gängigen Computersimulationen des Klimas.

klimaretter.info/scz

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