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Klimawandel verstärkt Flutgefahr

Die Kosten für den Küstenschutz in Deutschland steigen. Über drei Milliarden Euro gab allein das Bundesland Schleswig-Holstein für den Schutz seiner Küsten seit 1962 aus. Das zeigen aktuelle Zahlen des Umweltministeriums in Kiel. Demnach kostet allein die Verstärkung der Deiche das Land durchschnittlich 19 Millionen Euro pro Jahr. 

BildSturmflut in Hamburg im Jahr 2006. Auch Sturmfluten haben in den letzten Jahren zugenommen. (Foto: Oliver Steiner/​Side-2/​Flickr)

Aufgrund des steigenden Meeresspiegels durch den Klimawandel investiert Schleswig-Holstein besonders in die Verstärkung von Deichen. Diese werden laut Umweltministerium nach dem sogenannten Klimaprofil gebaut: Bei Bedarf können die Deiche "ohne großen Mehraufwand" um einen bis 1,5 Meter erhöht werden.

Durch das tektonische Absinken der Nordseeküste und den bereits in vielen Messstationen beobachteten Anstieg des Meeresspiegels könnten die Pegel bis zum Ende des Jahrhunderts um 1,80 Meter steigen. Auch das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) geht von "deutlich über 1,70 Meter" bis zum Jahr 2100 aus.  Der Weltklimarat IPCC prognostiziert in seinem letzten Sachstandsbericht einen Anstieg um einen Meter bis Ende des Jahrhunderts. Mehrere Studien haben diese Daten aber bereits nach oben korrigiert.

Hinzu kommt die Zunahme von Sturmfluten, die eine zeitweise Überflutung von Inseln und Küstenbereichen zur Folge haben. Mehr Wettextreme, darunter Starkniederschläge und regenreiche Tage, sagt auch der im Oktober vergangenen Jahres vorgestellte zweite Hamburger Klimabericht des Klimacampus Hamburg voraus. 

Bei den aktuellen Hochwasser-Ereignissen in Süddeutschland ist der Einfluss des Klimawandels nicht so eindeutig. Hier spielen neben Uferbegradigungen für die Schifffahrt auch natürliche saisonbedingte Schmelzprozesse eine Rolle. Sicher sind die Forscher allerdings, dass vor allem Starkregen durch den Klimawandel zunehmen wird, was die Hochwassergefahr erhöht.

Laut einer Studie der Universität Wien ist die Erderwärmung auch dafür verantwortlich, dass sich die Hochwasserereignisse in Europa zeitlich verschieben. Während das Wasser in einigen Regionen immer früher über die Ufer tritt, verlagert sich dieser Zeitpunkt in anderen Regionen nach hinten. 

Immer häufiger weisen Studien auf einen Zusammenhang zwischen Extremwetter-Ereignissen und Klimawandel hin. Laut einer Untersuchung der britischen Nichtregierungsorganisation Energy and Climate Intelligence Unit (ECIU) sind seit der Einigung auf einen neuen Weltklimavertrag vor zwei Jahren in Paris weltweit rund 60 Studien zu Extremwetterereignissen erschienen. Rund zwei Drittel der Untersuchungen kommen laut den ECIU-Autoren zu dem Schluss, dass ein Zusammenhang mit dem Klimawandel besteht. 

klimaretter.info/sg

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