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Geo-Engineering ist keine Alternative

Die zuletzt wieder stärker diskutierten Technologien des Geo-Engineering sind keine tragfähige Alternative, um die Erderwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen. Zu diesem Ergebnis kommt der jetzt vorgelegte Report "The Big Bad Fix" (Die große schlechte Lösung). Laut den Herausgebern – den Umweltorganisationen Biofuelwatch und ETC Group und der Grünen-nahen Heinrich-Böll-Stiftung – ist der 80-seitige Bericht die bisher umfassendste Untersuchung zum weltweiten Stand des Geo-Engineering, zu den Technologien und Risiken sowie den Antreibern und Unterstützern.

BildAusgewählte Verfahren des Climate Engineering im Überblick (Grafik vergrößern): Dem Erfindungsreichtum, die Erderwärmung durch großtechnische Experimente stoppen zu wollen, scheinen kaum Grenzen gesetzt zu sein. (Grafik: Kiel Earth Institute; Quelle: Bundesministerium für Bildung und Forschung)

Die Autoren kritisieren, dass Geoengineering-Technologien gerade in Klimaschutz-Schlüsselländern ins Auge gefasst werden, die dabei sind, sich von ihren fossilen Ökonomien zu verabschieden. Entsprechende Forschungsprogramme und Projekte planten Industrie und Staat in Ländern wie China, Großbritannien und den USA.

Gegen die Großtechnologien sprechen nach den Erkenntnissen der Autoren zahlreiche Gründe – soziale wie kulturelle, ökologische, ökonomische, ethische und rechtliche. Geo-Engineering sei keine technische oder wissenschaftliche Notwendigkeit, sondern eine gefährliche Verteidigung des gescheiterten Status quo. Neben der Kritik daran müssten aber auch die vorhandenen Alternativen zum Geo-Engineering deutlich gemacht werden.

Im Einzelnen bewertet die Studie etwa die Möglichkeiten, mit dem Anbau und der Verbrennung von Biomasse der Atmosphöre CO2 zu entziehen und dann unterirdisch zu speichern (BECCS), den Einsatz von Algen-Bioreaktoren zur CO2-Reduktion, die Düngung der Meere oder die Einbringung von Aerosolen in die Atmosphäre.

Im Oktober hatten auf einer großen Geoengineering-Konferenz in Berlin über 150 Experten kontrovers diskutiert, ob der Einsatz von Sonnensegeln, künstlichen Vulkanen oder Wolken zur Abkühlung der Erde eines Tages vertretbar sein könnte.

klimaretter.info/jst

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