Kohle: Die doppelte Gefahr

Jeder sechste Todesfall in der Welt hängt mit Luftverschmutzung zusammen. Insgesamt neun Millionen Menschen starben im Jahr 2015 vorzeitig an den Folgen von Feinstaub, Wasserverschmutzung und Schadstoffen im Boden – 15-mal mehr, als durch Kriege oder gewaltsame Auseinandersetzungen in dem Jahr ums Leben gekommen sind. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie im Fachmagazin The Lancet.

BildKohleverbrennung wie hier in Minnesota ist nicht nur eine der Hauptquellen für den Klimawandel, sondern auch für Lungenkrankheiten. (Foto: Tony Webster/Wikimedia Commons)

Die Autoren der Lancet Commission on pollution and health nennen die Gesundheitsgefahr durch die Luftverschmutzung und den Klimawandel in einem Atemzug: "Luftverschmutzung gefährdet die Gesundheit des Planeten, zerstört Ökosysteme und hängt direkt mit dem weltweiten Klimawandel zusammen."

Die Verbrennung von fossilen Energieträgern in Ländern mit höherem und mittlerem Einkommen sowie die Verbrennung von Biomasse zum Heizen und Kochen in Ländern mit niedrigerem Einkommen machen laut Studie allein 85 Prozent der Feinstaubbelastung aus. Die Belastung mit Stickoxiden lasse sich sogar komplett auf diese Ursachen zurückführen.

Zugleich sei die Verbrennung von Treibstoffen die Hauptquelle des Klimawandels. "Hauptemittenten von Kohlendioxid wie Elektrizitätswerke, Chemiefabriken, Bergbau, Abholzung und benzinbetriebene Fahrzeuge sind gleichzeitig Hauptquellen der Luftverschmutzung", heißt es in der Studie. "Kohle ist die weltweit schmutzigste Energiequelle und die Kohleverbrennung ist eine wichtige Ursache sowohl für die Luftverschmutzung als auch für den Klimawandel." Das beste Mittel, um die Gesundheitsgefahr etwa durch schmutzige Luft zu minimieren, sei deshalb Klimaschutz.

klimaretter.info/bra

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